Wenn Ihr Kind unter tränenden Augen, laufender Nase oder juckender Haut leidet, könnte eine Allergie vorliegen. Häufig verschreiben Kinderärzte in solchen Fällen Antihistaminika, um die Symptome zu lindern. Als erfahrene Fachquelle möchten wir Ihnen fundierte Einblicke in Antihistaminika geben: ihre Wirkungsweise, Typen und wichtige Sicherheitshinweise. Lesen Sie weiter, um verantwortungsvoll zu handeln.
Was sind Antihistaminika?
Bei einer allergischen Reaktion setzt der Körper Histamin frei – eine Substanz, die Symptome wie Juckreiz, verstopfte Nase oder tränende Augen auslöst. Antihistaminika blockieren diesen Botenstoff und lindern so die Beschwerden. Diese bewährten Mittel sind in Apotheken als Tabletten, Sirup, Nasensprays oder Salben erhältlich. Viele Marken bieten kindgerechte Varianten an. Manche Antihistaminika helfen auch bei Übelkeit oder Erbrechen.
Sollten Kinder Antihistaminika einnehmen?
Bei Allergien wie Heuschnupfen können Antihistaminika Symptome effektiv bekämpfen. Dennoch sind sie nicht immer die erste Wahl für Kinder: Viele Präparate bergen Nebenwirkungsrisiken, und Studienlage ist begrenzt – insbesondere bei der ersten Generation. Neuere Antihistaminika der zweiten Generation gelten als sicherer, da sie weniger sedierend wirken. Nie selbstmedizieren! Lassen Sie immer Ihren Kinderarzt entscheiden, basierend auf Alter, Gewicht und Gesundheitszustand.
Arten von Antihistaminika
Antihistaminika unterteilen sich in sedierende (1. Generation) und nicht-sedierende (neuere Generation). Hier ein Überblick:
1. Sedierende Antihistaminika (1. Generation)
Diese wirken rasch, können aber starke Müdigkeit verursachen. Sie werden bei Kindern nur gezielt und in niedriger Dosierung eingesetzt.
| Wirkstoff | Form | Häufige Anwendungen | Sicherheit für Kinder |
| Antazolin-Tetryzolin | Augentropfen | Allergische Augenreizungen (rot, juckend) | Nicht für Kinder unter 2 Jahren |
| Cyproheptadin | Sirup, Tablette | Appetitanregung, Heuschnupfen, Nesselsucht | Nicht für Kinder unter 2 Jahren |
| Diphenhydramin | Tablette | Husten, Erkältung, Grippe, Schlaflosigkeit | Nicht für Kinder unter 12 Jahren |
| Oxatomid | Tropfen, Tabletten | Nesselsucht, Heuschnupfen | Vorsicht bei Kindern unter 6 Jahren |
| Promethazin | Sirup, Tablette, Salbe | Nesselsucht, Reisekrankheit, Heuschnupfen, Übelkeit | Äußerste Vorsicht geboten |
| Triprolidin | Sirup, Tablette | Erkältung, Husten, Grippe | Nicht für Kinder unter 6 Jahren |
Quellen:
https://www.drugs.com/drug-class/antihistamines.html
https://www.webmd.com/allergies/qa/what-types-of-antihistamines-are-available
https://www.healthline.com/health/allergies/antihistamine-brands#second-and-thirdgeneration-brands
2. Nicht-sedierende Antihistaminika (neuere Generation)
Diese sind kinderfreundlicher: Weniger Nebenwirkungen, keine starke Müdigkeit, längere Wirkung. Ideal für den Alltag.
| Wirkstoff | Form | Häufige Anwendungen | Sicherheit für Kinder |
| Azelastin | Nasenspray | Verstopfte/juckende/laufende Nase | Nicht für Kinder unter 5 Jahren |
| Buclizin | Sirup, Tablette | Arznei-/Nahrungsmittelallergien, Heuschnupfen | Nicht für Kinder unter 1 Jahr |
| Cetirizin | Sirup, Tablette | Allergien, Heuschnupfen | Nicht für Kinder unter 2 Jahren |
| Ebastine | Sirup, Tablette | Heuschnupfen, Allergien | Nicht für Kinder unter 2 Jahren |
| Levocetirizin | Augen-/Nasentropfen | Heuschnupfen, Allergien | Nicht für Kinder unter 2 Jahren |
| Olopatadin | Augentropfen | Augenallergien (rot, juckend, tränend) | Nicht für Kinder unter 3 Jahren |
Quelle: https://www.parent24.com/Family/Health/should-my-child-be-using-antihistamines-20160510
Wann Antihistaminika bei Kindern einsetzen?
Zur Vorbeugung ideal vor Auftreten der Symptome. Häufige Empfehlungen von Ärzten:
1. Abends vor dem Schlafengehen
Allergiesymptome peitschen nachts oft hoch. Eine Dosis vor dem Bettgehen fördert ruhigen Schlaf.
2. Vor der Allergiesaison
Beginnen Sie 3–10 Tage vor Pollenhochsaison, um Symptome vorzubeugen.
3. Ganzjährig bei Bedarf
Bei persistierenden Allergien (z. B. Hausstaub) über Monate einsetzen.
Wichtige Hinweise zur Anwendung
Beachten Sie diese Praxistipps:
- Reinigen Sie vorab die Nase mit isotonischer Kochsalzlösung, damit das Spray optimal wirkt.
- Sprühen Sie seitlich, weg vom Nasen septum (dünne Trennwand).
- Sprays brauchen Zeit zur Wirkung – ggf. ergänzt der Arzt andere Mittel.
Es dauert oft Trial-and-Error, bis das passende Mittel gefunden ist. Fragen Sie immer Ihren Kinderarzt nach Dosierung, Kontraindikationen und Alternativen.
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