Während Singles in China Profile auf Dating-Apps hochladen, um einen Partner zu finden, existiert eine uralte und unheimliche Praxis: Geisterhochzeiten. Erfahren Sie im Folgenden, worum es sich handelt und warum sie bis heute fatalen Einfluss haben kann. Diese Tradition, die auf über 3000 Jahre zurückgeht, sorgt dafür, dass Verstorbene, die unverheiratet starben, im Jenseits nicht allein bleiben. Basierend auf historischen und kulturellen Quellen wird geglaubt, dass Unverheiratete sonst ruhelos umgehen.
Ursprünglich betraf sie nur Verstorbene, doch in jüngerer Zeit werden auch lebende Personen mit Leichen vermählt – ein Brauch, der ethische und rechtliche Grenzen überschreitet.
Im traditionellen Geisterheiratsritual fordert die Brautfamilie hohe Preise und papierne Mitgiften vom Bräutigam. Alter und familiärer Hintergrund spielen eine entscheidende Rolle; oft wird ein Feng-Shui-Meister für die Vermittlung hinzugezogen.
Die Zeremonie umfasst eine Trauertafel für Bräutigam und Braut sowie ein Bankett. Besonders makaber: Die Exhumierung der Braut-Knochen, um sie ins Grab des Bräutigams zu legen.
In der Moderne wurden Fälle dokumentiert, in denen lebende Personen heimlich mit Verstorbenen verheiratet wurden. Laut Huang Jingchun, Leiter der China-Abteilung an der Universität Shanghai, sind die Preise für junge Braut-Knochen explodiert – zwischen 30.000 und 50.000 Yuan, teils bis 100.000 Yuan. Der Leichenhandel wurde 2006 verboten, doch Grabräuber und sogar Morde an Frauen machen daraus ein dunkles Geschäft.
Warum wird diese Praxis fortgeführt?
Viele Chinesen fürchten, dass das Ignorieren der Wünsche Verstorbener Unglück bringt. Geisterhochzeiten sollen die Seelen besänftigen. Der Brauch hält sich vor allem in Nord- und Zentralchina, etwa in Shanxi, Shaanxi und Henan. Wie Feng-Shui-Meister Szeto Fat-ching in einer BBC-Reportage aus Hong Kong betont, existiert die alte Form auch in chinesischen Communities Südostasiens.
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