Mein Geburtstag steht in einer Woche an, und Freunde fragen nach meinen Plänen. Doch feiern wir nicht die Frau, die uns das Leben schenkte? Ihre unermesslichen Schmerzen vor Jahren verdienen Anerkennung – Geschenke, Aufmerksamkeit und ein besonderer Tag. Und vergessen wir nicht den Vater?Viele von uns erleben, wie unsere Eltern rasch altern. Während ich dies schreibe, schrumpfen sie wie schmelzendes Wachs. Frühe Abwanderung für Studium und Karriere machte Besuche zu seltenen Highlights – jährlich vielleicht zwei Wochen. Manche kehren nie heim. Doch diese Reisen offenbaren Veränderungen.
In der Studienzeit fuhr ich von Delhi nach Kalkutta und fand sie unversehrt: stark, vital. Doch in den letzten 3–4 Jahren schlich sich Angst ein. Wir alle spüren es, verdrängen es aber.
Wir täuschen uns selbst: Kein Diabetes, kein Herzinfarkt – anderen trifft es. Harmlose Wehwehchen wie Bluthochdruck, Hämorrhoiden, Arthritis oder Karies? Normal ab 55.
Doch ab 50 setzt Fäulnis ein, der Niedergang rast: Jedes Jahr wirken sie ein Jahrzehnt älter. Rost frisst an Haaren, Taille, Lebenszeit. Unsere Eltern verkümmern vor Augen.
Meine Mutter nimmt Urlaub, um mich zu umarmen. Früher herzlich, nun ein Sack Knochen – Schilddrüsenüberfunktion, sagen Ärzte.
Eltern verbergen Leiden wie Familiengeheimnisse. Operationen verschieben sie, um uns nicht zu belasten. Wir müssen aufmerksam lauschen. Erst kürzlich erfuhr ich vom Hörverlust meines Vaters – nach Jahren Frust über seine Nachfragen. Scham über meine Egozentrik.
Hören wir auf zu leugnen. Schenken wir mehr Zeit.
Stellen Sie sich ein altes Herrenhaus vor: Äußerlich robust, innen Pilze und Spinnweben. So nagen Krankheiten an unseren elterlichen Körpern. Zähne bröckeln, Nägel splittern – wie Ziegel eines Ruinenhauses.
Sie spüren den stillen Verfall des Alters kaum, begleitet von Krankheiten und Depressionen. Geistig werden sie verletzlich, ängstlich vor dem Ende – doch sie schauspielern meisterhaft.
Sie haben die Hälfte ihres Wegs hinter sich. Beeilen Sie sich, fangen Sie sie ein. Sie sind unersetzlich. Feiern Sie sie an Ihrem Geburtstag.
Von Enakshi Biswas