Repräsentatives Bild
Soziale Medien haben die Welt erobert. Manche sehen sie als Fluch, doch jede Medaille hat zwei Seiten. Es liegt an uns, die Chancen der modernen Technologie klug zu nutzen.
Wir, eine Gruppe von 25 fast 70-Jährigen, die an einer Schule zusammenhielten, gründeten eine WhatsApp-Gruppe. Es waren fast 40 Jahre vergangen seit unserem letzten Treffen.
Wer behauptet, Social Media sei lästig? Wir suchten in verschiedenen Plattformen und fanden viele Schulkameraden. Unter dem Namen unserer Schule vereint, posteten wir Fotos von Enkeln, Hochzeiten und Alltag. Die Gruppe pulsierte – trotz globaler Verteilung: Viele in Indien, einige in den USA, einer in Australien. Zeitzonen hin oder her, wir verbanden uns mit Elan.
Die Pandemie durch das Coronavirus änderte alles. Lockdowns, Ängste und Homeoffice lähmten die Chats. Nur Geburtstagsgrüße hielten uns zusammen. Am 20. April feierten wir Karan – doch er antwortete nicht. Ungewöhnlich für den Aktiven.
Unsere Nachrichten erreichten ihn nicht. War sein Handy defekt? Lockdown-Werkstätten geschlossen? Ein Gruppenmitglied rief seinen Bruder an – und erfuhr die bittere Wahrheit: Karan war COVID-19 zum Opfer gefallen.
Tage vor dem Lockdown war seine Familie auf einer Hochzeit in Nordindien gewesen. Bei der Rückkehr Fieber, Krankenhaus, Verdacht auf Infektion. Karan verschlechterte sich rapide, positives Testergebnis, Isolation. Am 31. März Beatmung, am nächsten Tag der Tod. Die Familie trauert um den immer vitalen Mann.
Wir hatten es übersehen: Karan fehlte seit Mitte März. Die Routine und Angst blendeten uns.
Sein Verlust rüttelte uns wach. Seitdem chatten wir täglich, melden alternative Kontakte und passen aufeinander auf. Karan lehrte uns: Bleibt verbunden, seid wachsam.
Wir gedenken seines Friedens und aller Opfer der Pandemie. Möge diese Krise enden und Güte siegen.
– Von Sudha Vishwanathan