Das Reye-Syndrom ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Erkrankung bei Kindern. Als Eltern ist es entscheidend, Ursachen, Symptome und Risikofaktoren zu kennen, um frühzeitig zu handeln und Komplikationen zu vermeiden.
Was ist das Reye-Syndrom?
Das Reye-Syndrom führt zu akuten Hirnschwellungen sowie Leber- und Organschäden. Der erhöhte Hirndruck kann das Nervensystem dauerhaft schädigen, während eine Lebervergrößerung oft zu Funktionsstörungen führt. Die Erkrankung tritt plötzlich auf und betrifft vor allem Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren.
Der Zusammenhang zwischen Reye-Syndrom und Aspirin
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt, doch Studien zeigen einen klaren Zusammenhang mit der Aspirin-Einnahme bei Viruserkrankungen. Kinder, die Aspirin während oder kurz nach einer Infektion erhalten haben, sind besonders gefährdet.
Aus diesem Grund raten Kinderärzte dringend davon ab, Kindern und Jugendlichen unter 19 Jahren Aspirin zu geben – es sei denn, ein Arzt hat es ausdrücklich verordnet. Fast alle Experten empfehlen, nach Viruserkrankungen auf Alternativen wie Paracetamol auszuweichen.

Mögliche Komplikationen des Reye-Syndroms
Ohne rasche Therapie kann die Erkrankung fortschreiten und zu bleibenden Schäden führen. Zwar ist der Tod selten, aber möglich, wenn Symptome unbehandelt bleiben.
Zu den schweren Folgen zählen:
- Koma
- Gehirnschaden
- Leberfunktionsstörung
- Tod
Symptome des Reye-Syndroms bei Kindern
Typisch sinkt der Blutzuckerspiegel, während Ammoniak- und Säurewerte im Blut ansteigen. Die Leber schwillt an, gefolgt von Hirnödemen, die Krämpfe, Bewusstlosigkeit oder Anfälle auslösen können. Bei Kindern unter zwei Jahren treten oft Durchfall und tachypnoe auf.
Weitere Warnsignale sind:
- Anhaltendes Erbrechen
- Müdigkeit und Lethargie
- Verändertes Bewusstsein
- Reizbarkeit oder Verwirrtheit
- Erhöhte Aggressivität
- Anfälle
- Desorientierung (ggf. mit Halluzinationen)

Diagnose des Reye-Syndroms
Frühe Diagnose ist lebensrettend. Bringen Sie Ihr Kind bei Verdacht sofort ins Krankenhaus. Die Abklärung umfasst:
- Enzephalopathie und Leberstörung
- Vorerkrankung (Virus, Aspirin)
- Erhöhte Leberenzyme und Ammoniak
- Ausschluss metabolischer Erkrankungen
Gängige Untersuchungen:
- Leberbiopsie
- Urin- und Stuhlanalysen
- MRT
- Lumbalpunktion
- Intrakranieller Druck-Monitoring
- Bluttests
- EEG
Behandlung des Reye-Syndroms
Die Therapie erfolgt stationär, bei Schwerenfällen auf der Intensivstation. Es gibt keine kausale Heilung, sondern supportive Maßnahmen: Hydration, Elektrolytbalance, Überwachung von Herz, Lunge und Leber. Krämpfe werden medikamentös kontrolliert.

Prävention des Reye-Syndroms
Vermeiden Sie Aspirin bei Kindern, insbesondere nach Windpocken oder grippeähnlichen Symptomen. Prüfen Sie Inhaltsstoffe von Medikamenten. Bei Risikokindern (z. B. Fettsäureoxidationsstörungen) lassen Sie Neugeborenen-Screenings durchführen.
Wann sofort zum Arzt?
Rufen Sie den Notarzt bei Krämpfen, Bewusstseinsstörungen oder Anfällen. Nach Viruserkrankungen bei anhaltendem Erbrechen, Lethargie oder Verhaltensänderungen medizinische Hilfe holen.
Das Reye-Syndrom ist rar, doch die Konsequenzen schwerwiegend. Frühes Erkennen und Aspirin-Verzicht schützen Ihr Kind nachhaltig.
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