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Ist Ihr Kind intelligent? Die Theorie multipler Intelligenzen von Howard Gardner erklärt es

Ist Ihr Kind intelligent? Die Theorie multipler Intelligenzen von Howard Gardner erklärt es

Als Kinder hörten wir oft Ältere sagen: „Mein Sohn ist hochintelligent, er hat in Mathe 100 Prozent geschafft“ oder „Ihre Tochter ist immer Klassenbeste – sie ist so intelligent“. In Schulen und Universitäten werden die Besten von Professoren gefeiert, weil sie als „intelligent“ gelten.

Ja, diese Top-Schüler landen oft in guten Positionen, verdienen viel Geld und kommen schnell voran. Aber ich widerspreche der pauschalen Gleichsetzung von Intelligenz mit Schulnoten. Ist ein Kind, das hervorragend malt, etwa unintelligent? Oder eines, das Sprachen lernt, melodisch singt oder Fußball spielt?

Howard Gardner, Psychologe und Professor an der Harvard Graduate School of Education, definiert Intelligenz als Fähigkeit, ein geschätztes Produkt oder eine Dienstleistung in einer Kultur zu schaffen. Sie umfasst eine Reihe von Fähigkeiten, um Lebensprobleme zu lösen, Lösungen zu finden und neues Wissen zu erwerben.

Gardner entwickelte die Theorie multipler Intelligenzen (MI). Sie zeigt, wie die Erkennung der individuellen Intelligenzarten den Unterricht verbessert: Lehrer können Kinder passend zu ihren Lernstilen fördern.

In traditionellen Klassenzimmern dominieren verbale/linguistische und mathematisch/logische Intelligenz. Die neun Intelligenzarten nach Gardner sind:

1. Visuell/Räumlich – Kinder lernen visuell, organisieren räumlich. Sie lieben Diagramme, Karten, Kunst, Puzzles.
2. Verbal/Linguistisch – Stark in Sprechen, Schreiben, Lesen, Hören. Ideal für traditionellen Unterricht.
3. Mathematisch/Logisch – Begabt in Zahlen, Logik, Problemlösung. Passen gut zu strukturiertem Lernen.
4. Körper/Kinästhetisch – Lernen durch Bewegung, Spiele, Basteln. Oft fälschlich als „überaktiv“ abgestempelt.
5. Musikalisch/Rhythmisch – Greifen Muster, Rhythmen und Musik auf. Häufig übersehen.
6. Intrapersonal – Sensibel für eigene Gefühle, Werte. Intuitiv und nachdenklich.
7. Interpersonal – Sozial, kooperativ. Manchmal als „zu gesprächig“ gesehen.
8. Naturalistisch – Verbunden mit Natur, Tieren. Erkennen Nuancen.
9. Existentialistisch – Philosophisch, fragen nach Sinn und Rolle im Universum.

In Indien werden Kinder oft nur nach mathematischer/logischer Intelligenz bewertet. Als Schülerin war ich schwach in Mathe, lernte aber Sprachen mühelos, führte ein Tagebuch über Emotionen und liebte Natur und Tiere. Meine Stärken lagen in linguistischer, intrapersonaler und naturalistischer Intelligenz.

Von klein auf priorisieren wir Akademisches. Eltern schickten Kinder nicht zum Sport, um Lernzeit zu sparen. Statt Leidenschaften wie Singen oder Malen zu fördern, drängen wir auf „gute Jobs“. Fehlendes Verständnis hindert ganzheitliche Entwicklung.

Bildung ist essenziell, doch MI hilft, Talente zu erkennen. Kinder können Ärzte, aber auch Dichter, Sportler oder Künstler werden – viele davon lukrativ.

Ich erlebte eine Schule mit 8–20-Uhr-Lernen und Einteilung in „gute“ und „schlechte“ Klassen. Das demotivierte massiv. Glücklicherweise wechselte ich zu einer schulischen Umgebung mit ganzheitlicher Förderung.

Beim nächsten Mal, wenn jemand einen Klassenbesten als „intelligent“ lobt, lächeln Sie mitfühlend.

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