Repräsentatives BildDies ist die Geschichte von Vani Sindhnoor, einem kreativen, freundlichen und ehrgeizigen Mädchen aus Gulbarga in Nord-Karnataka. Aufgewachsen mit Serien wie „Yeh Rishta Kya Kehlata Hai“, „Kitni Mohabbat Hai“ oder „Kaisa Yeh Pyar Hai“, träumte sie von einer romantischen Liebe wie im Bollywood-Film – einem charmanten Prinzen, der sie entführt. In den sozialen Medien aktiv, umgeben von Freunden aus Schule, College und Universität, wo sie ihren Postgraduiertenabschluss machte, nannten ihre besten Freunde sie „Va“, „Vatani“, „Vanille“, „Khushi“, „Himbeere“ oder „Pari“.
Von Familie und Freunden verwöhnt, war sie stur, aber bewahrt von Werten und Kultur. Sie wartete auf einen Raj aus „Dilwale Dulhania Le Jayenge“ oder einen Rahul aus „Kuch Kuch Hota Hai“. Viele Männer kamen und gingen, einige weckten Verliebtheit, doch keiner überzeugte sie als Lebenspartner.
Nach ihrem MBA verbrachte sie Ferien in Bangalore bei ihrer Schwester und erhielt einen Heiratsantrag. Dort traf sie erstmals Nithin Bharadhwaj, einen typischen Mysore-Jungen aus Süd-Karnataka: traditionell, still, hingebungsvoll und emotional. Filme interessierten ihn nicht; seine Welt bestand aus Eltern, Schwester und engen Freunden.
Sie diskutierten ihre Unterschiede, fanden aber Gemeinsamkeiten: Vertrauen, Liebe und Fürsorge für Familie und Freunde. „Wenn arrangierte Ehe, dann mit einem anständigen Mann wie ihm“, dachte sie. Am 4. Juni 2016 sagten sie Ja zueinander. In den folgenden Monaten lernten sie sich kennen: Vorlieben, Abneigungen, Unterschiede – wie ihr zwiebeliges Lieblingsgericht, das er hasste, oder seine Reiselust bei ihrem Heimweh, seine Tempelbesuche bei ihrer Partyliebe.
Am 13. Februar 2017 heirateten sie nach neun Monaten Verlobung. Sie erkundete seine Familie und Kultur – Nord- und Süd-Karnataka unterschieden sich wie Nord- und Südindien in Sprache, Essen und Denken. Beide passten sich an. Als ehrgeizige Frau wechselte sie Jobs: von Wirtschaftsprüferin (CA) über Dozentin und Steuerinspektorin zu Personalerin. Ihr Mann, seit über sechs Jahren Software-Ingenieur im selben Unternehmen, unterstützte sie vollends. Er wollte „Vanis Ehemann“ sein, kümmerte sich wie um eine Tochter, feierte ihre Siege emotional. Er drängte sie nie, ihren Namen zu ändern – ihre Identität war ihm heilig.
Seine Wochenenden wünschte er ruhig fern der Stadt, sie voller Freunde, Shopping und Action. Sie kompromittierten: Tempel und Einkaufszentren. Nach dem ersten Jahrestag 2018 liebten sie sich tief.
2019 plagte sie Depressionen aus unerklärlichen Gründen. Das lebhafte Mädchen wurde still, vergaß Feiertage, dachte ans Aufgeben. Er war ihr Fels: Krankenhausbesuche, Tempelgebete, Rituale. Er zeigte: Wahre Liebe ist Stärke, wenn der Partner schwach ist – nicht nur Spaß und Leidenschaft. Er opferte Ego, feierte Momente, genoss Stille. Gemeinsam nahm er Yoga-Kurse, lernte Kochen, half bei Vorbereitungen auf die Welt. Sie erholte sich, gründete Ahalya Collections (Online-Shop), wurde Unternehmerin, managte Job und Haus – gewann Respekt und Liebe.
Von Vani zu Ahalya: Am dritten Jahrestag 2020 fühlten sie sich wie nach 30 Jahren. Ihre Botschaft: Genießt Gemeinsamkeiten und Unterschiede, respektiert euch – für ewige Liebe.
– Von Vani Sindhnoor