Geschrieben von Rashmi MalhotraEine Sammlung persönlicher Anekdoten über meinen Weg zur Wertschätzung dieses vielseitigen Krauts.

Lange Zeit konnte ich Koriander nicht leiden – nicht wegen der genetischen Seifen-Note, sondern aufgrund familiärer Einflüsse. Meine Mutter setzt beim Kochen auf Überfluss: Bei Dinnerpartys quillt die Küche über vor Gerichten, und Kräuter wie Koriander (oder Dhaniya, je nach Region) waren überall. Besonders im Winter, wenn es prächtig gedeiht, fand es sich in Rajma, Aloo-Tikkis oder speziellen Chutneys. Bitten, die Menge zu reduzieren, prallten ab, und der Familienhass hielt Jahre an.
Der Lockdown änderte alles. Zuhause wurde zum Universum, und ich tauchte in die Food-Welt ein. Mein Praktikum in einem Café und Studien zu lateinamerikanischen Kulturen zeigten mir Korianders wahres Potenzial: Es hebt eine einfache Tomatensalsa auf ein neues Level, balanciert Würze, Säure und Frische perfekt.
Zutaten für die perfekte Salsa.Als Food-Enthusiastin experimentierte ich mit Tortillas, Salsa, gewürztem Hähnchen und Fajitas (inklusive unkonventioneller Karotten und Kohl – Mütter priorisieren den Kühlschrank). Nach Trial-and-Error entstand ein ideales Geschmacksprofil, das mein Herz eroberte – vergleichbar mit geliebtem Rajma.
Salsa.Meine Version ist keine Pico de Gallo, sondern eine rauchige Tomatensauce, inspiriert von einem New Yorker Taco. Geröstete Tomaten, Chilis, Knoblauch und Koriander erzeugen unbeschreibliche Tiefe – frisch wie Pico de Gallo bei richtiger Zitronenmenge.

Meine Schwester teilte die Abneigung. Im Lockdown kreieren wir Nostalgie-Gerichte neu – und konfrontierten Dhaniya direkt. In ihrer Küche wurde "Risk it with the herb" zum Motto. YouTube-Hobbyköche mit indisch-chinesischer Küche brachten sie dazu, Dhaniya in Manchurian zu wagen. Ergebnis: Perfektes Umami mit Frische, restauranttauglich.

Kein Vorwurf an Mama, sondern Dank: Ihr Überfluss normalisierte Koriander seit der Kindheit. Erst bewusste Kochkunst lehrte uns, Aromen zu balancieren. Durch Erinnerungen und Experimente wandelte sich Abneigung in tiefe Wertschätzung.
Alle Bilder: Rashmi Malhotra