Töchter als „Papas kleine Prinzessinnen“ und Söhne als „Mamas Jungs“ – diese Klischees kennen viele. Als Mutter erinnern Sie sich vielleicht an die unerschütterliche Liebe Ihres Vaters in Ihrer Kindheit. Und Ihre Tochter bringt sicherlich Licht in das Leben Ihres Partners. Doch warum erhalten Töchter oft eine besondere Behandlung von Vätern? Eine fundierte Studie gibt Aufschluss darüber.
Laut einer Studie der American Psychological Association (APA) sind Väter von Töchtern im Alter von 1 bis 3 Jahren aufmerksamer und reagieren sensibler auf deren Bedürfnisse als Väter gleichaltriger Söhne. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal Behavioral Neuroscience und basieren auf der Analyse von Gehirnreaktionen bei Vätern auf ihre Kinder.
Väter von Kleinkind-Töchtern sangen häufiger für ihre Mädchen und sprachen offen über Gefühle – was als typisch für Mädchen gilt. Sie nutzten zudem eine analytische Sprache, die laut Studie den späteren akademischen Erfolg der Töchter fördert.
Bei Vätern von Söhnen stand hingegen das Spiel im Vordergrund. Sie verwendeten leistungsorientierte Begriffe wie „stolz“ oder „gewinnen“. Gemeinsam ist beiden Gruppen: Die Interaktionen tragen zur kindlichen Entwicklung bei.

Jennifer Mascaro, Leitende Forscherin und Doktorandin an der Emory University, fand zudem: Väter reagierten schneller auf Schreie ihrer Töchter als auf die ihrer Söhne.
Diese Unterschiede geschehen unbewusst und prägen die Kindesentwicklung. Kein Vater handelt absichtlich voreingenommen, doch die frühe Reaktion auf Emotionen formt Persönlichkeiten nachhaltig.
Die Studie stammt aus den USA, daher sind kulturelle Unterschiede – etwa in Indien – möglich. Dennoch: Die Art, wie Eltern sprechen und reagieren, wirkt sich unbewusst auf Kinder aus.
Kleinkinder saugen alles auf, auch unausgesprochene Signale. Eltern sollten daher positive Sprache priorisieren. Mädchen verbinden sich oft emotional leichter, doch Väter sollten Söhne ermutigen, Gefühle auszudrücken – es stärkt sie langfristig.
Sie erziehen Ihre Kinder sicherlich liebevoll und fair. Nun wissen Sie, woher der Ausdruck „Papas kleines Mädchen“ rührt!
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