Aus langjähriger Erfahrung als Großeltern wissen wir: Die Enkelkinder spielen oft mit Freunden, die sich vorbildlich benehmen – genau wie wir es unseren eigenen Kindern beigebracht haben. Doch manche Spielkameraden verstoßen gegen gängige Regeln. Ist es dann vertretbar, als Großeltern fremde Kinder zurechtzuweisen?
Auf dem Spielplatz, in der Bahn oder beim Einkaufen begegnen wir täglich Kindern. Manche kommen sogar zu uns nach Hause. Aber wie gehen wir um mit rücksichtslosem Verhalten? Sollten wir ein Kind auf der Rutsche ansprechen, das sich vordrängelt, Kleinere schubst oder Spielzeug wegreißt?
Als Erziehungsexperten mit jahrzehntelanger Praxis raten wir: Eingreifen ist grundsätzlich legitim. Der Schlüssel liegt im richtigen Timing. Viele Konflikte lösen Kinder selbst – das fördert ihre Sozialkompetenz. Sofortiges Einschreiten ist essenziell, wenn Ihr Enkelkind oder andere in Gefahr geraten. Fehlen die Eltern, wägen Sie ab: Ist es akut notwendig? Oft stehen wir zwischen persönlicher Erwartung und gesellschaftlichen Normen. Sätze wie „Früher hätte mein Kind das nicht durchgehen lassen“ spiegeln unsere Werte wider. Verletzendes Verhalten jedoch stößt an gesellschaftliche Grenzen – das Kind muss lernen, dass sein Agieren Konsequenzen hat.