Repräsentatives Bild. In Debatten über Tierquälerei denken viele zuerst an Labortiere, die im Namen von Wissenschaft, Forschung und Produktentwicklung leiden. Eine PETA-Studie schätzt, dass allein in den USA jährlich über 100 Millionen Tiere solchen Qualen ausgesetzt sind – eine grobe Orientierung für die weltweite Praxis. In Indien hat die Regierung Tierversuche in Kosmetik und Pharmazie verboten, doch die Grausamkeit gegenüber Tieren im Land hält an. Als jemand, der in Nordindien aufgewachsen ist, wird es zunehmend schwieriger, auf das Leid der Tiere aufmerksam zu machen. Als Studentin hatte ich nur wenig Autorität, als meine WG einstimmig über die Umsiedlung meiner Kindheitstiere diskutierte. Ich habe Wurf Welpen gesehen, die saisonal vergiftet wurden, und die dazugehörigen Rechtfertigungen ertragen müssen. Ich verfüge nicht über viele Mittel für tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen, doch ich kann Menschen sensibilisieren, die zuzuhören bereit sind.
Ich erlebte den dramatischen Rückgang von Streukatzen und -hunden, Eidechsen, Schlangen, Affen und Vögeln. Ursachen wie Umweltverschmutzung, Nahrungsmangel oder menschliche Gewalt führen letztlich auf unser Verhalten zurück. Wenn Entwicklung auf Kosten lokaler Tierpopulationen geht, sollten wir uns fragen, ob wir solch lebensfeindliche Veränderungen wirklich wollen.
Auch Sport, Freizeit und Unterhaltung quälen Tiere. Kaum jemand zweifelt beim Kamelritt in Rajasthan auf Familienurlaub – es fühlt sich einfach touristisch unvollständig an. Wir wirken majestätisch auf dem 'Schiff der Wüste', ohne die Schmerzen zu bedenken. Schon als Kinder werden wir gezwungen, auf Elefanten oder Pferde zu steigen, und lernen, unsere Position in der Nahrungskette auszunutzen. Studien belegen das Leid in Gefangenschaft: Schläge, Stiche, Scheuklappen, Metall an Hufen – Tiere werden aus ihrer natürlichen Umwelt in kommerzielle Hölle gezwungen.
Sind Tiere vor meinem Haus wirklich 'streunend', wenn sie hier geboren wurden? Ist es gerecht, ihre Fortpflanzung zu unterbinden, um Menschen zu beruhigen? Straßen sind kein Idealhabitat, doch mit Futter und Pflege könnten sie sicher leben. Unsere Pflicht als Bürger ist Empathie für alle Lebewesen – warum fühlen wir uns bedroht? Diese Fragen kommen aus tiefer Traurigkeit, nicht Wut: Wir Menschen haben die Stimmlosen im Stich gelassen. Mehr Aufklärung über Tierleid in Indien ist überfällig, um Denkweisen zu ändern und Transformationen einzuleiten. Grausamkeit beginnt nicht nur in Labors, sondern in unserem Alltag.
— Von Varalika Deswal