Als jüngstes von vier Kindern erlebte ich Eltern, die bereits müde und routiniert waren – fernab des frischen "Neue-Eltern-Eifers". Das hatte Vorteile: Sie hatten nicht die Energie, gegen meinen störrischen Charakter anzukämpfen. Gleichzeitig fehlte es aber genau daran, wenn Strenge gefragt war.
Meine Hartnäckigkeit stammt nicht nur aus der Geburtsreihenfolge, sondern auch von meinem Vater. Sie half mir beruflich enorm, doch mein Weinen und Durchsetzungsvermögen wurde oft zum Problem.
Heute ziehe ich als fast geschiedene Mutter ein Vorschulkind groß und lehre sie, für ihre Ziele einzustehen – ohne anderen auf die Nerven zu gehen oder die Gesundheit aller zu gefährden.
Von purem Jammern kommt nichts Gutes. Ich sehe es bei meiner Tochter, meinen Neffen, Nichten und Freundeskinder: Sie jammern, bis die Eltern einknicken.
War das Jammern erfolgreich? Mal ja, mal nein. Auch ich gebe zu: An müden Tagen gebe ich nach und sage "Okay". Doch das ist ein gefährlicher Pfad. Ihr seid es. Sie und Ihr Partner (vielleicht auch die Großeltern) seid verantwortlich für das jammernde Chaos Eures Kindes – nicht die Genetik oder Schwiegereltern.
Wie kommt es dazu? Hier die häufigsten Gründe.
1. Sie sind erschöpft und knicken ein.
Sind Sie je so müde gewesen, dass Sie nach dem 50. "Nein" doch "Ja" sagten? Herzlichen Glückwunsch: Sie haben Jammern als Erfolgsstrategie gelehrt. Aus eigener Erfahrung als "hartnäckiges Kind" teile ich eine bewährte Alternative gegen das "weinerliche Monster":
1. Bei Wiederholungen: "Gefragt und beantwortet."
2. Ignorieren und schweigen.
3. Kurz weggehen, um durchzuatmen.
4. Erklären: "Dein Jammern entlädt meinen Akku – du musst Hausarbeiten machen, um mich neu zu starten."
5. Sagen: "Weinerliche Stimmen kann ich nicht hören, das tut mir in den Ohren weh."
2. Sie ändern ständig Ihre Meinung.
Sagen Sie "Nein" zu Nachtisch, dann aber "Okay, wenn du 10 Minuten still bist"? Das belohnt Jammern. Nachlässe sind okay (z. B. bei ausgelassenem Nickerchen), aber zu viel Biegen lehrt: Jammern siegt.
3. Sie geben zu viele Chancen.
Beim Meckern über Essen oder Schlafenszeit: Sofort stoppen oder Chance zum Aufhören geben? Zu viele Warnungen signalisieren: "Nicht ernst gemeint." Seien Sie konsequent – sonst wird Ihr Kind der unerträgliche Erwachsene, den niemand mag.
4. Sie stimmen zu, weil "Allisons Eltern es erlauben".
Ihr Kind vergleicht mit Freunden oder Großeltern? Nachgeben, um Jammern zu entkommen, gibt die Elternschaft auf. Seien Sie der "Bösewicht" – vielleicht lügt das Kind sogar. Lehren Sie, mit "Nein" umzugehen, statt unrealistische Erwartungen zu wecken.
5. Schuldgefühle übernehmen.
Scheidung, Krankheit, Job-Rückkehr – Schuldgefühle sind mächtig. Als frisch getrennte, berufstätige Mama fiel es mir schwer, Privilegien zu entziehen. Doch ich überwand es: Besser jetzt enttäuschen und Verantwortung lehren für ein glückliches Erwachsenenleben.
Sie merken es vielleicht nicht: "Nur dieses Mal" oder "Mir tut es leid" führt zum Nachgeben. Widerstehen Sie – Ihr Kind wird es danken.
Fazit: Elternschaft ist anspruchsvoll. Lehren Sie klare Kommunikation, Nein-Akzeptanz und Verantwortung. So startet Ihr Kind stark in die Welt!