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Die ungesagte Wahrheit über den Versuch, schwanger zu werden: Meine persönliche Erfahrung

Es gibt wenige Gespräche über Sex, die mich zur Verzweiflung treiben – selbst Jahre später. Doch eines hat mich besonders geprägt.

Auf einer Weihnachtsfeier im Büro plauderten wir Frauen über Arbeit, Popkultur und mehr. Als Lektorin bei einem Buchverlag erwähnte ich Der Ratgeber für ungeduldige Frauen, schwanger zu werden.

Kaum ausgesprochen, schnaubte eine Kollegin in den Fünfzigern – blondem Bob, stolze Mutter von zwei Kindern – laut auf: „Oh BITTE! Sind es nur ‚Habe viel Sex‘ auf 200 Seiten?“

Wir Modernen wissen bestens, wie Babys entstehen: Seit der Schulzeit lernen wir es. Die ersten 10, 20 oder 30 Jahre nach der Pubertät verbringen wir damit, nicht schwanger zu werden.

Entscheiden wir uns dann für Kinder, denken wir: Einfach Sex – hemmungslos, ohne Verhütung. Der ersehnte Sex-Marathon mit wilden Stellungen und Orgasmen!

Doch niemand warnt: Meist klappt es nicht beim ersten Mal. Oder zweiten. Oder dritten. Plötzlich wird die lustvolle Aktivität zur seelenzerstörenden Pflicht.

Ja, richtig gelesen: Sex zum Schwangerwerden kann fade und lustlos werden, egal wie kreativ das Vorspiel.



Schwangerwerden kann kinderleicht sein – oder unmöglich. Manche werden es durch Zufall. Andere opfern Jahre, Tausende Euro und ihre Psyche für Pillen, Spritzen und Verfahren – oft ergebnislos.

Die Medizin kennt die Gründe für diese Unterschiede kaum. Eine Million Faktoren müssen perfekt zusammenpassen. Und Sie erfahren erst beim Ausprobieren, wo Sie stehen. (Sogar ‚versuchen‘ klingt unsexy.)



Ich kenne beides: Nach 13 Jahren Pille hörte ich optimistisch auf. Neue Wäsche, Pränatalvitamine, Ratgeber verschlungen.

Schlüssel: Timing am Eisprung. Logisch – bis man es umsetzt.

Glücklicherweise gibt es Ovulationstests, Thermometer, Charts. Finden Sie das 48-Stunden-Fenster – und haben Sie Sex.

Klingt machbar? Für Labortiere ja. Für Berufstätige mit Kalendern? Kaum. Reisen, Meetings, Termine kollidieren.

Dazu die Stimmung: Geplanter Sex tötet die Lust. Er wird zur Arbeit.

Bei mir wurde Sex purer Stress. Mein Kopf kommentierte: „Jetzt oder nie – morgen Meeting!“ Mein Mann, kein ‚Quickie-Typ‘, erlitt Libidoverlust durch Druck (trotz Klischee).

Jeden Monat schlimmer. Sein gequältes Gesicht beim positiven Test? Ich intensivierte: Lieblingsessen, Wein, Scrabble (er gewann knapp).

„Also muss ich ran?“ scherzte er. Sex folgte – pflichtgemäß, unerotisch.

Manchmal klappte es: Eisprung steigert Libido und Attraktivität. Guter Sex erinnerte an unsere Liebe. Doch bald schlichen Uhrdruck und Angst ein.

Ein Jahr: Null Schwangerschaften. Dann Unfruchtbarkeits-Routine: Tests, Pillen, Spritzen, Blutabnahmen um 8 Uhr. Sex-Termine chaotisch.

„Du machst es falsch“, denken manche. Doch im Zyklus ohne Garantie wird Sex zur Achterbahn aus Angst und Stress.

Sex wird Zweck, nicht Genuss. Ausweg: Ignorieren, dass etwas auf dem Spiel steht – und Spaß vortäuschen.

Nach 1,5 Jahren: Diagnose – genetisches Blutgerinnungsproblem. Für Schwangerschaft: 9 Monate tägliche Spritzen.

Ich bin nicht allein. Viele teilen Angst vor Unsicherheit. Heilmittel: Reden. Wissen, dass wir nicht isoliert sind.