Kinder können mit einem Riss in der Oberlippe geboren werden – das ist eine Lippenspalte. Manche Babys haben nur eine kleine Kerbe, andere einen deutlichen Spalt, der ein- oder beidseitig sein kann. Als erfahrene Fachärzte für Kinderchirurgie erklären wir die Ursachen von Lippen- und Gaumenspalten bei Babys und die bewährten Behandlungswege.
Die genaue Ursache für Lippen-, Kiefer- oder Gaumenspalten ist nicht immer eindeutig. Genetische Faktoren und Umwelteinflüsse spielen eine Rolle: Ein Kind kann den Defekt erben oder er entsteht durch Medikamente in der Schwangerschaft. Rauchen, Alkohol oder Drogenkonsum während der Schwangerschaft erhöhen das Risiko für solche Geburtsfehler erheblich.
Solche Spalten bilden sich, wenn sich Teile von Gesicht, Kiefer und Gaumen im Mutterleib nicht richtig schließen. Die Diagnose erfolgt oft direkt nach der Geburt oder bereits im 2-Ebenen-Ultraschall in der 18. bis 20. Schwangerschaftswoche.
Submuköse Gaumenspalten sind anfangs unsichtbar, da sie vom Gaumen verdeckt werden, und werden erst mit 3 bis 5 Jahren entdeckt. Betroffene Kinder sprechen nasal, können keine Kerze ausblasen oder aus einem Strohhalm trinken.
Die einzige Heilung ist eine Operation. Bei Lippenspalte erfolgt sie mit 2–3 Monaten, bei Gaumenspalte mit 6–9 Monaten. Bei Kombination: Erste OP mit 3 Monaten, zweite mit 9 Monaten. Spezialisierte Spaltteams in Fachzentren – bestehend aus Chirurgen, Orthopäden, Logopäden, Psychologen, Zahnärzten, HNO-Spezialisten und Pflegekräften – kümmern sich um Ihr Kind. Betroffen ist das Zahnfleisch? Eine Transplantat-OP folgt mit 9–11 Jahren.
Aussehen von Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten
Bei Lippenspalte zeigt sich ein Spalt in der Oberlippe – von einer kleinen Kerbe bis zu einem markanten Riss. Gaumenspalte ist ein Riss im Gaumen: Meist eine Lücke, bei schweren Fällen vollständig getrennt. Sie kann allein oder mit Lippenspalte auftreten.
Wer ist betroffen?
Jährlich sind etwa 700 Babys betroffen – der vierthäufigste Geburtsfehler in den USA. Häufiger bei Kindern asiatischer, lateinamerikanischer oder indigener Herkunft. Lippenspalten ohne Gaumenbeteiligung sind bei Jungen üblicher, isolierte Gaumenspalten bei Mädchen.
Entstehung
Spalten bilden sich in Woche 6–8 der Schwangerschaft, wenn Oberkieferknochen und Gewebe nicht verschmelzen. Die Größe variiert von minimal bis problematisch.
Ursachen und Risikofaktoren
Unbekannt, aber genetische Veränderungen und Umwelteinflüsse wie:
- Rauchen in der Schwangerschaft
- Vorbestehender Diabetes bei der Mutter
- Bestimmte Medikamente (z. B. gegen Epilepsie)
Symptome und Probleme
Häufige Herausforderungen:
- Essschwierigkeiten: Nahrung gelangt in die Nase – spezielle Fläschchen/Sauger oder künstlicher Gaumen helfen.
- Hörprobleme durch Flüssigkeitsansammlungen.
- Nasale Sprache.
- Zahnfehlstellungen, Karies, Alveolarkammdefekte.
Diagnose
Per Ultraschall (18./20. Woche) oder direkt nach Geburt.
Risikofaktoren
Rauchen/Trinken/Drogen in Woche 1–2; Medikamente wie Antikonvulsiva, Accutane, Methotrexat.
Komplikationen
Ohrinfektionen → Hörverlust; Sprachstörungen; Zahnprobleme (fehlende/versetzte Zähne).
Behandlungsteam
Multidisziplinär: Spaltchirurgen, Orthopäden, HNO-Ärzte, Oralchirurgen, Kieferorthopäden, Prothetiker, Logopäden, Audiologen, Psychologen.
Behandlungsplan
Lippenspalte: OP mit 3 Monaten (leicht sediert), zweite mit 9–12 Monaten. Gaumenspalte: Erste OP 6–12 Monate, weitere bis 18 Jahre (z. B. Kieferausrichtung, Narbenkorrektur).
Zahnpflege
Frühe Reinigung (z. B. Toothette), Fluorid, kieferorthopädische Kontrollen, Prothesen.
Stillen und Füttern
Lippenspalte: Verschiedene Positionen möglich, Gaumenspalte: Spezialfläschchen oder künstlicher Gaumen; abpumpen und füttern.
Vorbeugung
Gesunder Lebensstil: Kein Rauchen/Alkohol/Drogen/Medikamente.
Unterstützung für Ihr Kind
Fördern Sie Selbstbewusstsein, integrieren Sie in Aktivitäten, sensibilisieren Sie Mitschüler. Mit Liebe und Therapie wachsen Betroffene zu gesunden Erwachsenen heran.