Viele Kinderkrankheiten können schwere Folgen haben – dazu zählt die Meningokokken-Erkrankung. Studien zeigen, dass jährlich weltweit rund 1000 Menschen erkranken, von denen etwa 150 trotz Antibiotikabehandlung versterben. Diese Bakterieninfektion greift in kürzester Zeit Gehirn, Organe und Gliedmaßen an und kann lebensbedrohlich sein. Die gute Nachricht: Mit der Meningokokken-Impfung schützen Sie Ihr Kind effektiv vor dieser Gefahr. Als erfahrene Impfberater teilen wir fundierte Infos zu Impfstoffen wie MenACWY (MCV4) und mehr.
Was ist eine Meningokokken-Erkrankung?
Meningokokken-Erkrankungen werden durch das Bakterium Neisseria meningitidis ausgelöst. Sie verursachen entweder Meningitis – eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute – oder eine schwere Blutvergiftung (Meningokokkämie). Mögliche Folgen: Geistige Behinderungen, Krampfanfälle, Hörverlust, Amputationen, Nervenschäden oder Schlaganfälle.
Warum ist die Meningokokken-Impfung für Kleinkinder empfohlen?
Optimalerweise erfolgt die Impfung im Jugend- oder Teenageralter. Bei Säuglingen ab acht Wochen oder jüngeren Kindern kann sie jedoch in Ländern wie Großbritannien, USA oder Kanada indiziert sein. Gründe dafür:
- Vorhandensein einer Grunderkrankung.
- Aufenthalt in Risikogebieten mit Neisseria meningitidis.
- Komplementmangel.
- HIV, funktionelle oder anatomische Asplenie (z. B. Sichelzellanämie).
Die Dosierung richtet sich nach individuellen Risiken. Auffrischungen erfolgen bei Bedarf im Abstand von mindestens acht Wochen. Besprechen Sie das detailliert mit Ihrem Kinderarzt.
Arten von Meningokokken-Impfstoffen
Es gibt zwei Hauptarten:
- Konjugatimpfstoff (MenACWY): Zwei Dosen ab 9 Monaten und 12 Monaten, alternativ eine Dosis ab 2 Jahren oder zwischen 1 und 12 Jahren. Schützt vor vier Serogruppen und ist für Hochrisikopatienten geeignet.
- Serogruppe-B-Impfstoff (rekombinant): Zwei Dosen für 16- bis 23-Jährige ohne hohes Risiko; ab 10 Jahren bei Risikogruppen. Schützt vor einer Serogruppe.
Ihr Arzt wählt den passenden Typ je nach Infektionsrisiko.
Meningokokken-Impfzeitplan
In der Säuglingsphase: 9 und 12 Monate. Ab 2 Jahren optional. Bei Verzögerung: 11–18 Jahre, mit Auffrischung (z. B. erste Dosis 11/12 Jahre, Booster mit 16; oder 13–15 Jahre, Booster 16–18). Ab 16 Jahren oft eine Dosis ausreichend. Erwachsene: Zwei Dosen bei Bedarf. In Ausnahmefällen ab 2 Monaten.
Welche Kinder sollten geimpft werden?
Standard: 11–18 Jahre. Pflicht bei:
- Geschädigter oder entfernte Milz.
- Militärrekruten.
- Studienanfänger in Wohnheimen.
- Terminalem Komplementmangel.
- Reisen in Risikogebiete.
- Exposition gegenüber Meningokokken.
- HIV.
- Soliris-Therapie.
Wer sollte die Impfung vermeiden?
Vorsicht bei:
- Akuter Krankheit: Bei moderaten Erkrankungen warten; leichte Infekte wie Erkältung kein Hindernis.
- Allergien: Bei Reaktionen auf vorherige Dosen, Latex oder DTaP pausieren.

- Schwangerschaft/Stillzeit: Nur bei medizinischer Notwendigkeit.
Nebenwirkungen der Meningokokken-Impfung
Häufig: Leichte Rötung, Schmerzen oder Fieber an der Einstichstelle (1–2 Tage). Schwere Allergien extrem selten. Guillain-Barré-Syndrom (GBS) wurde vereinzelt berichtet, gilt aber als zufällig.
Bei schweren Reaktionen?
Leicht: Schmerzen/Rötung/Fieber (1–2 Tage). Mittel: Fieber, Übelkeit, Schüttelfrost, Muskelschmerzen (3–7 Tage). Schwer: Sofort medizinische Hilfe! Der Impfstoff ist sicher und wirksam – konsultieren Sie bei Unsicherheiten immer einen Arzt.
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