
Kinder sind beim Spielen oft besonders aktiv – ein Sturz mit Schmerzen ist leider keine Seltenheit. Wird bei Ihrem Kind eine Fraktur diagnostiziert, ist schnelles Handeln entscheidend. Als Pädiater und Orthopäden mit jahrelanger Erfahrung teilen wir fundiertes Wissen zu Ursachen, Diagnose und Therapie.
Was ist eine Fraktur?
Bei einer Fraktur kommt es zu einem Riss oder Bruch im Knochen. Kinderfrakturen werden in zwei Hauptarten unterteilt:
1. Offener Bruch
Hier ragt der Knochen durch die Haut und schafft eine offene Wunde. Das Infektionsrisiko ist hoch, daher ist sofortige medizinische Hilfe essenziell.
2. Geschlossener Bruch
Keine offene Wunde, geringeres Infektionsrisiko. Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der umliegenden Weichteilverletzungen.
Häufige Frakturtypen bei Kindern
Zu den gängigsten Frakturen gehören:
Schnallenfraktur
Der Knochen biegt sich, ohne vollständig zu brechen – typisch für wachsende, flexible Kinderknöchen. Gute Heilungschancen in kürzester Zeit.

Greenstick-Fraktur
Der Knochen biegt sich und bricht teilweise. Unvollständiger Bruch, da nicht durchtrennt.
Suprakondyläre Fraktur
Entsteht oft bei Fall auf ausgestreckte Hand, betrifft den Oberarmknochen nahe dem Ellbogen. Nervenschäden möglich, Heilungsdauer: ca. 6 Wochen.
Mittlerer Unterarmbruch
Im mittleren Unterarmbereich durch Stürze (z. B. Klettergerüst). Oft beide Knochen (Radius und Ulna) betroffen, häufig ohne OP heilbar bei Kindern unter 10.
Galeazzi-Fraktur
Bricht den Radius nahe dem Handgelenk, z. B. bei Seitfall auf die Hand.
Monteggia-Fraktur
Fraktur unter dem Ellbogen, meist Ulna; Radius oft luxiert oder gebrochen. Schwere Verletzung, OP möglich.
Metaphysäre Fraktur
Verletzung des Wachstumsbereichs langer Knochen (z. B. Tibia, Femur) durch Zugkraft. Heilung: ca. 3 Monate.
Schlüsselbeinfraktur
Durch Fall auf Schulter oder ausgestreckten Arm.
Ursachen von Frakturen bei Kindern
Häufige Auslöser:
- Ungünstige Fallpositionen
- Einklemmen von Fingern
- Verdrehen von Gliedmaßen
Symptome eines Knochensbruchs
Auffällige Anzeichen:
- Schwellung
- Sichtbare Verformung
- Starke Schmerzen
- Bewegungsunfähigkeit

Diagnose einer Fraktur
Standardverfahren:
Röntgen
Erstellt Bilder mit Röntgenstrahlen für Knochenvisualisierung.
CT-Scan
Detailliertere Querschnittsbilder für präzise Diagnose.
Ultraschall
Schallwellen für Weichteile und Knochen, ideal bei Kindern (z. B. Schulter).
Behandlung von Frakturen
Primär Gipsimmobilisation; OP selten nötig. Bei Fehlstellung: Reposition.
Hausmittel
- Kältepackung gegen Schwellung
- Sofort Orthopäden aufsuchen

Heilungsprozess
Blutbildung (Hämatom) schließt die Lücke; neuer Knochen wächst nach. Kinder heilen dank resilientem Skelett schneller als Erwachsene.