Letztes Jahr unterrichtete ich die UKG-Klasse. Eine Schülerin namens Yami, anfangs verspielt und fröhlich, wurde nach wenigen Monaten still und zurückgezogen. Im Elterngespräch fragte ich ihre Mutter nach dem Grund. Sie winkte ab: "Nichts Besonderes, sie war kürzlich krank und ist deswegen ruhiger."
Ich blieb skeptisch. Ab dem nächsten Tag beobachtete ich sie genau und sprach offen mit der gesamten Klasse. Doch Yami ging mir nicht aus dem Kopf – etwas stimmte nicht. Eines Tages erzählte ich den Kindern von guten und schlechten Berührungen. Zur Mittagspause kam Yami zu mir: "Ma'am, darf ich Ihnen sagen, dass jemand meinen privaten Körperteil berührt hat?" Ich nickte: "Ja, Kind, erzähl es mir, deiner Mama, deinem Papa oder deiner Großmutter." Sie zögerte: "Mama glaubt mir nicht. Sie hört nur auf Chachu."
Ich fragte nach: "Was macht Onkel?" Yami flüsterte: "Er setzt mich auf seinen Schoß und berührt mich dort. Er sagt, ich soll leise sein." Hatte sie das Mama erzählt? Sie schüttelte den Kopf. Am nächsten Tag rief ich die Mutter in die Schule. Nachdem sie alles gehört hatte, meinte sie: "Ma'am, sie erfindet Ausreden, um nicht zu lernen. Wir leben in einer Großfamilie, ich habe keine Zeit zum Unterrichten, also hilft mein Schwager Ajay. Früher hat es geklappt, jetzt flieht sie vor ihm."
Ich erklärte: Yami verstand nicht, was mit ihr geschah. Es missfiel ihr, sie floh vor Ajay – nicht vor dem Lernen. Beschämt durch eure Vorwürfe traute sie sich nicht, zu sprechen. Passt auf sie auf und vertraut ihr. In den meisten Fällen von sexuellem Missbrauch ist der Täter jemand Vertrautes aus dem nahen Umfeld. Es trifft nicht nur Mädchen: 54 % der Opfer sind Jungen.
Wir lehren Kinder Essen, Anziehen, Hygiene, Respekt vor Älteren – warum nicht gute und schlechte Berührungen? Erklären Sie frühzeitig, was erlaubt ist und was nicht: Geht nicht mit Fremden mit, nehmt nichts von ihnen. Seid geduldig, da es sensibel ist. Sprecht über Intimbereiche: Nur das Kind selbst darf diese berühren.
10 Tipps zum Kinderschutz:
- Sprechen Sie offen mit Kindern über gute und schlechte Berührungen.
- Seid wie Freunde, damit sie alles teilen.
- Hört immer aufmerksam zu, egal wie beschäftigt ihr seid.
- Pflegt gute Kommunikation.
- Respekt vor Älteren ja – aber lasst es nicht ausnutzen. Sagt Nein zu Bösem.
- Beobachtet, wer sich übermäßig für euer Kind interessiert.
- Lasst Kinder nie allein im Bus oder Auto.
- Diskutiert Nachrichten und wie man Gefahren meidet.
- Bei Geheimnissen ("Sag Mama nichts"): Sofort melden!
- Erzwingt keine Treffen, wenn das Kind ablehnt – da könnte etwas sein.
- Vertraut euren Kindern am meisten.
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