Highlights
Ein alter Klassenkamerad besuchte mich letztes Wochenende – genau zum richtigen Zeitpunkt, als meine Tante da war. Er, der Klassenbeste, der sich durch jahrelanges Lernen in Prüfungsfabriken hochgearbeitet hat und nun die begehrte NRI-Staatsbürgerschaft (Non-Resident Indian) besitzt, war für sie der ideale Kandidat für meine Schwester. Es begann das übliche Prahlspiel.In unserer Region sind NRIs die Top-Kandidaten auf dem Heiratsmarkt. Sein Besuch war eine getarnte SWOT-Analyse: "Alter, ich bin NRI (meine Stärke), habe alles erreicht – und du, der Hinterbänkler, der Zeit mit Sport vergeudet hat (deine Schwäche). Hättest du dich in Coaching-Fabriken gequält, wärst du auch so weit!" Meine Tante warf mir einen vielsagenden Blick zu.
Nach Prahlereien über iPhone, BMW und Villa im Westen kam der Ost-West-Vergleich. Ich vergaß zu erwähnen, dass Immobilienkäufe im Westen durch Kaufkraftparität einfacher sind – aber das ist eine andere Geschichte.
Er schwärmte von Wetter, Infrastruktur und Lebensstil. Beeindruckend, aber für uns einfache Pendler ein Traum. Dann kam Sport: Er, der nie outdoor gespielt hat, redete von Chelsea und Manchester United. Mein Wissen beschränkt sich auf Cricket – Spiele laufen tagsüber, passend zu unserem Rhythmus, ohne Energy-Drinks zur Wachheit.
Nach einem harten Arbeitstag schlafe ich lieber sieben Stunden, um produktiv zu bleiben – Yoga lehrt, dass Schlafmangel die Leistung mindert. Fußball und Formel 1? Die finden nachts statt, wenn ich auftanke.
Freunde prahlen mit Mitternachtsspielen, opfern Schlaf für Adrenalin. Ich verzichte lieber – und verpasse die "Götterkämpfe", für die Fans Stadien stürmen.
Plötzlich Rugby: Ein brutales Spiel um einen ovalen Ball, Gladiatoren des 21. Jahrhunderts. Er erklärte enthusiastisch, ich lachte: "Tut mir leid, aber in indischen U-Bahnen spielen wir das täglich!"
"Ernsthaft?", brüllte er. Meine Erklärung: In Delhis Metro, Mumbais Zügen oder Japans Hochgeschwindigkeitszügen sind Frontliner wie Rugby-Stürmer – sie halten Positionen, um auszusteigen. Einsteiger schieben sie mit voller Wucht rein.
Second-Liner wollen zwischendurch raus. Wer durchbricht und sitzt, jubelt wie nach einem Goal!
Verletzungen? Häufig. Rugby-Held wird gefeiert, Pendler getadelt – von der Tante etwa. Das ist unser Alltags-Rugby: Für Brot, Familie und Glück, Regen oder Sonne.
Mein Freund war baff. Ich wechselte zum T20-Cricket-Kanal und bot ihm Platz an.
Von Aniket Mhatre