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Warum wir unsere Töchter nicht wie Söhne behandeln sollten – Eine persönliche Erfahrung aus Delhi

Warum wir unsere Töchter nicht wie Söhne behandeln sollten – Eine persönliche Erfahrung aus DelhiRepräsentatives Bild Es war einer dieser typischen Tage in Delhi. Die sengende Hitze klebte wie ein wütender Drache in meinem Nacken, seit 24 Stunden kein Wassertropfen aus dem Hahn, und die Frist für die Zimmermiete war längst überschritten. Hastig packte ich meine Tasche fürs Büro und zog den Umschlag mit 20.000 Rupien heraus. Mit einer Hand die Tasche, mit der anderen den zerfetzten Umschlag festhaltend, wählte ich die Nummer meines Vermieters. Seine Tochter ging ran – ich erkannte sie sofort. Ich versprach, vor der Arbeit vorbeizukommen.

Zwanzig Minuten später öffnete ein schüchternes Mädchen in den späten Teenagerjahren die Tür. Dahinter stand ihr Vater. Wir begrüßten uns herzlich, und er wies sie stolz an, den Umschlag zu nehmen. Mit einem breiten Lächeln sagte er: "Yeh meri beti nahin, beta hain!" (Sie ist nicht meine Tochter, sie ist mein Sohn). Derselbe Mann, der vor Monaten mit meinem Mann Mitgefühl hatte, weil der das Abendessen kochte, während ich beruflich unterwegs war, um meine Ziele zu erreichen!

Das überraschte mich nicht wirklich. Ich höre ständig, wie Eltern behaupten, ihre Töchter wie Söhne zu behandeln. Meine eigenen Eltern taten dasselbe. Nur frage ich mich: Warum stellen sie ihre Söhne nie als beti (Tochter) vor?

Viele Eltern versichern, keine Unterschiede zwischen Töchtern und Söhnen zu machen – und das klingt wie ein Kompliment. Sie meinen es gut, mit Stolz auf Fortschritt und Erfolge. Es ist ein Versuch, jahrzehntelange Geschlechterungleichheit zu überwinden, der unsere Töchter so lange belastet hat.

Besorgniserregend finde ich jedoch, dass dieselben Eltern sich über das "Auto" oder die "Flitterwochen" sorgen, die sie bei der Hochzeit der Tochter finanzieren müssen!

Statt Töchter wie Söhne zu behandeln, sollten wir sie nicht einfach Mädchen sein lassen? Weiblich zu sein bedeutet nicht Schwäche. Es gibt natürliche Unterschiede – ein Mädchen mag körperlich nicht so stark sein wie ein Junge, und das anzuerkennen schadet nicht.

Können wir eine Tochter nicht einfach als solche erziehen? Warum sollte sie nicht lange im Büro arbeiten, während ihr Mann kocht, sich bei Periode beurlauben oder kinderfrei leben – ohne gesellschaftliche Fingerzeige? Warum muss sie ständig beweisen, ein "Sohn" zu sein?

Es ist paradox: Wir predigen Geschlechtergleichheit, diskriminieren aber subtil weiter. Lasst uns unsere Töchter Töchter sein lassen, ohne dass sie sich als Söhne beweisen müssen.