Leserfrage: Ich bin 23 Jahre alt und habe vor drei Monaten mit meiner Freundin Schluss gemacht. Nach zwei Jahren Beziehung durchlebten wir eine schwierige Phase, in der uns klar wurde, dass wir nicht zueinander passen. Obwohl es eine einvernehmliche Trennung war, kann ich nicht akzeptieren, dass sie nicht mehr in meinem Leben ist. Wir sind weiterhin in Social Media vernetzt, und ich durchforste ständig ihre Profile. Fotos mit Freunden, die Spaß haben, machen mich traurig. Als ich ein Bild mit einem männlichen Kollegen sah, auf dem sie eng beieinander wirken, stalkte ich auch ihn online. Seitdem verfolge ich ihre Aktivitäten obsessiv. Es frustriert mich, als eifersüchtiger Ex dazustehen. Was kann ich tun? – Von AnonymAntwort von Shweta Singh, Senior Consultant Psychologin: Ich verstehe Ihren Schmerz zutiefst – die Tatsache, dass Sie aktiv Hilfe suchen, ist bereits ein starker Schritt vorwärts.
Drei Monate nach einer zweijährigen Beziehung sind eine kurze Zeit, um loszulassen. Es ist normal, Trauer und Verärgerung zu empfinden, wenn man sich von einer geliebten Person trennt. Sich zu verlieben ist schwer, doch sich zu entlieben oft noch schwieriger. Zeit heilt Wunden – zwei Monate reichen selten aus.
Die Freundschaft in Social Media und der einfache Zugriff auf ihr Leben erschweren den Abschluss. Haben Sie eine Social-Media-Detox versucht? Fangen Sie klein an: Deaktivieren Sie Accounts vorübergehend (z. B. bei Facebook möglich) oder melden Sie sich einen Tag ab – steigern Sie die Dauer schrittweise. So gewinnen Sie Zeit für reale Begegnungen mit Freunden statt Smartphone-Scrolling.
Nehmen Sie neue Hobbys auf, knüpfen Sie Kontakte oder beschäftigen Sie sich intensiv. Seien Sie geduldig mit sich. Bei anhaltendem Drang professionelle Beratung in Anspruch nehmen – ein Gespräch kann Klarheit bringen.
Shweta Singh ist Senior Consultant Psychologin mit langjähriger Erfahrung in Beziehungsfragen.
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