(Repräsentatives Bild)Als sein erster Herzschmerz eintraf, war mein 15-jähriger Schüler ratlos. Unerwiderte Liebe kann das Leben eines Teenagers grundlegend verändern. Der Schmerz war überwältigend – manchmal stockte ihm buchstäblich der Atem vor unterdrückten Tränen. Doch er weinte nie.Manche Tage kam er sehr spät heim, an anderen sperrte er sich ein. Am schlimmsten waren seine Wutausbrüche: Er zerstörte, was ihm in die Hände fiel, ohne zu zögern. Seine Eltern merkten, dass etwas nicht stimmte. Seine Noten rutschten ab, was sie tief besorgte. Sie wandten sich an mich, seine Klassenlehrerin mit jahrelanger Erfahrung in der Beratung.
Ich hörte mir ihre Sorgen an und versprach, mit ihm zu reden. Nach dem Unterricht bat ich ihn in den Beratungsraum. Im Gegensatz zu anderen Schülern blieb er ungewöhnlich ruhig. Erst nach viel Zureden offenbarte er den Grund für seine Qualen.
Was mich wirklich schockierte, war sein Leugnen jeglicher Emotionen. Ich riet ihm, Schmerz und Frust auszudrücken, statt sie zu verbergen. Sein Blick war verständnislos.
'Was ist los?', fragte ich.
'Ich bin kein Mädchen, das über so was weint!', platzte es aus ihm heraus.
Dieses Gespräch zeigte mir: Wir müssen unseren Jungs beibringen, Gefühle offen zu zeigen. Emotionen auszudrücken macht nicht schwach – es macht menschlich. Es ist okay, zu weinen. Tränemachen dich nicht zum 'Mädchen', sondern zu einem starken Menschen.
-Von R. Kashyap