Meine Schwägerin heiratete – ein großes Ereignis für unsere Großfamilie. Wir kamen zwei Tage vor der Hochzeit im Resort an, Freunde und Verwandte folgten. Einen Tag vor der Feier, am Mehendi-Tag, fuhr mein Mann mit dem Roller in die nahe Stadt, um etwas zu besorgen. Wir rieten ihm zu Bus oder Auto, doch er wollte mit dem Roller fahren.Kaum hatte er das Resort verlassen, rief er an. Die Gesichter von Braut und Bräutigam verdüsterten sich. Etwas stimmte nicht. Plötzlicher Unglaube lähmte mich. Ich zündete eine Lampe vor dem Pooja-Raum an und bat die Götter um Gnade.
Viele trösteten mich: Es sei nur ein kleiner Unfall, Prellungen, die im lokalen Zentrum versorgt werden könnten. Doch ich bestand darauf, mit ihm zu sprechen – und erfuhr: gebrochenes Bein. Die Stimmung kippte von Freude zu tiefer Traurigkeit. Ich schrie vor Schock.
Die Realität schlägt oft unerwartet zu. Nach Erste Hilfe im PHC kam er in die Stadt zum Spezialisten. Ich konnte nichts essen, hörte niemandem zu. Gegen Mitternacht kehrten sie zurück: Der Arzt verpflasterte das Knie, keine Operation nötig. Hundert neugierige Blicke starrten. Im Trubel stahl jemand das Handy meines Sohnes – vergebliche Suche. Allein im Bad weinte ich stumm.
Am Abend überwand ich das 'Warum ich?'-Gefühl und lächelte wieder.
Die Ältesten rieten zu einer Zweitmeinung. Wir wählten ein Krankenhaus 350 km entfernt. Wir warteten die Hochzeit ab – sie glich einer Trauerfeier. Mein Mann verpasste alles, obwohl der Altar nur 20 Meter entfernt war. Per Videoanruf sah er die Saat-Phera. Danach fuhren wir um 4 Uhr morgens los.
Überwinde dich
Ich hatte zwei Tage geweint. Nun war Zeit für Entscheidungen. Die Sieben-Stunden-Fahrt: Musik, Frühstückspause. Neugierige Blicke am Straßenrand – mal irritierend, mal erfreulich. Der Facharzt empfahl Operation. Nach MRT klärte der Chefchirurg alles. Zwei Tage später: OP.
Umgebe dich mit deiner Großfamilie
Meine Familie war mein Fels: unterstützend, liebevoll. Gebete, Affirmationen halfen. Ich sprach mit Positiven, mied Negative. Starker Schmerz, aber Lächeln – mit Hilfe der Ältesten.
Öffne dich und sprich über deinen Kampf
Ich teilte mich mit Wenigen – es stärkte mich, besonders mit Schwestern und Ärzten. Ich informierte mich, fokussierte auf unmittelbare Ziele, lebte im Hier und Jetzt. Tränen kamen, doch ich wurde stärker.
Verbinde dich mit etwas Größerem
Im Krankenhaus beobachtete ich Patienten, Personal – ihre Hingabe inspirierte. Ich dankte allen, lächelte, meditierte. Spirituelles Wachstum half mir ruhig zu bleiben.
Entscheide richtig und zur richtigen Zeit
In der Krise stabilisiert sich der Geist langsam. Vorschläge bewerten, Profis vertrauen, logisch handeln.
Erkunde Möglichkeiten
Wir recherchierten online, nutzten Kontakte. Shlokas, Gebete, Meditation hielten uns. Dank an alle für Hilfe, Geschenke ans Personal.
Ich sah nicht nur das Licht am Tunnelende, sondern handelte im Dunkeln. Positivität besiegt jedes Hindernis.
- Von Minati Pradhan