Wenn Sie wachsam sind, können Sie das betrügerische Verhalten Ihres Kindes mit diesen vier einfachen Strategien umkehren.
- Seien Sie Vorbild für das, was Sie predigen
- Führen Sie ein Problemlösungsgespräch mit Ihrem Kind
- Setzen Sie superspezifische Konsequenzen durch
- Loben Sie ehrliches Verhalten
Irgendwann beginnen unsere Kinder, das Wasser mit "kleinen Notlügen" und anderen hinterhältigen Manövern abzutesten. Solches Verhalten kann Eltern entmutigen und nerven, doch wenn es nicht frühzeitig gestoppt wird, kann es zu schwerwiegenderen Problemen führen.
Kinder, die sich hinterhältig verhalten, haben meist einen Grund. Ihr Teenager könnte Grenzen austesten, indem er die Heimkehrzeit nach der Ausgangssperre fälscht, um zu prüfen, wie viel Kontrolle er über sein Leben hat. Oder Ihr Vorschulkind schiebt sich heimlich Kekse in die Tasche vor dem Abendessen, weil es weiß, dass es nur eine Leckerei als Nachtisch bekommt, wenn es alle grünen Bohnen isst – widerlich!
Auch wenn Ihr Kind weiß, dass es unehrlich handelt, könnte es denken, dadurch Probleme zu lösen. Kommt es damit durch, lädt das zu Wiederholungen ein – nächstes Mal vielleicht etwas Wertvolleres als Kekse.
Bevor hinterhältige Handlungen eskalieren, greifen Sie mit diesen vier Ansätzen ein und stoppen Sie das Problem sofort.
Seien Sie Vorbild für das, was Sie predigen
Unsere Kinder beobachten uns genau und ahmen unser Verhalten nach – wir sind ihre wichtigsten Vorbilder. Eine der effektivsten Methoden gegen Unehrlichkeit: Seien Sie selbst immer ehrlich.
Stellen Sie sich vor, Sie erfinden eine Ausrede, um dem Anruf der PTA-Präsidentin zu entgehen, weil Sie keine Lust auf die Spendenaktion haben. Ihr Kind hört das und lernt, dass Lügen akzeptabel sind. Vielleicht feiern Sie sogar gemeinsam Ihre "clevere" Ausrede.
"Kleine Notlügen" vor Kindern signalisieren: Tut es mir gleich. Fördern Sie stattdessen einen Kultur der Ehrlichkeit im Haushalt – auch wenn es unbequem ist oder Gefühle verletzt.
Führen Sie ein Problemlösungsgespräch
Bei entdeckter Unehrlichkeit wollen Sie Ihr Kind oft direkt konfrontieren. Das kann jedoch scheitern.
Beispiel: 20 € fehlen in Ihrer Brieftasche. Sie waren da, als Sie das Zimmer verließen. Nur Sie und Ihr Sohn waren zu Hause. Er legt die Brieftasche hastig zurück. Statt zu schreien "Du hast sie genommen!", bitten Sie um Hilfe: "Kind, mir fehlen 20 € aus der Brieftasche. Kannst du mir helfen, das zu klären?"
Das beschuldigt nicht, sondern engagiert Ihr Kind. Es kann ehrlich zugeben (z. B. für ein Videospiel) und Sie danken ihm für die Hilfe. Diskutieren Sie dann Familienregeln und Alternativen – eine lehrreiche Wendung.
Konsequenzen festlegen und durchsetzen
Falls Leugnen folgt, bleiben Sie ruhig: "Die 20 € waren da, bevor ich dich allein ließ. Sag mir, was passiert ist – es gibt Konsequenzen."
In meiner Episode "Wie man effektive Konsequenzen für schlechtes Verhalten setzt" sprach Dr. Ellen Hendriksen, erfahrene Psychologin, über präzise Regeln und Konsequenzen. Schreiben Sie sie auf und machen Sie sie greifbar.
Ihr Tipp: Wählen Sie Konsequenzen, die dem Kind wichtig sind (z. B. Handy, Auto). Formulieren Sie konkret: "Für Regelbruch verlierst du X bis Y." Fügen Sie Anreize hinzu, z. B. "Bei Einhaltung darfst du länger ausgehen." Besprechen Sie gemeinsam und hängen Sie es aus.
"Minimieren Sie Bestrafung bei Kleinen, nutzen Sie Positives. Bei chronischem Fehlverhalten: Präzise Konsequenz wählen, aufschreiben, Anreiz hinzufügen." – Dr. Ellen Hendriksen
Loben Sie ehrliches Verhalten
Als Eltern tadeln wir schnell, loben langsamer. Victoria Talwar, Professorin für Erziehungspsychologie an der McGill University und Lügen-Expertin, rät: Loben Sie Ehrlichkeit explizit.
Wenn Ihr Kind zugibt, heimlich einkaufen gefahren zu sein oder den Hundhund ignoriert zu haben, sagen Sie: "Ich schätze deine Ehrlichkeit – ich bin stolz auf dich!" Positives Verstärken fördert Wahrheit.
Bei Verdacht auf zwanghaftes Lügen: Konsultieren Sie Kinderarzt oder Psychologen.
Haftungsausschluss
Alle Inhalte dienen nur zu Informationszwecken. Dieser Inhalt ersetzt nicht das professionelle Urteil Ihres Anbieters für psychische Gesundheit. Bei individuellen Fragen wenden Sie sich an einen zugelassenen Psychologen.