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Je intelligenter Frauen sind, desto weniger Kinder wollen sie? Die kontroverse Studie von Satoshi Kanazawa

Die Entscheidung, ob Frauen Kinder haben möchten, ist hochgradig persönlich und sollte niemanden etwas angehen. Sie betrifft vor allem die Betroffenen selbst – unabhängig davon, ob es null oder sieben Kinder sind. Moderne Optionen wie Samenbanken machen einen Partner sogar optional.

Der Evolutionspsychologe Satoshi Kanazawa stellt dies jedoch infrage.

Laut seinen Untersuchungen wird Intelligenz stark über das X-Chromosom vererbt, das Jungen ausschließlich von ihrer Mutter erhalten. "Allgemeine Intelligenz ist bekanntermaßen stark vererbbar … und die Gene, die die allgemeine Intelligenz beeinflussen, befinden sich vermutlich auf den X-Chromosomen … Das bedeutet, dass Jungen ihre allgemeine Intelligenz nur von ihren Müttern erben, während Mädchen ihre allgemeine Intelligenz von ihren Müttern und von ihren Vätern erben", erklärt Kanazawa. Folge: Jungen sind auf mütterliche Intelligenz angewiesen.

In seinem Buch The Intelligence Paradox führt Kanazawa aus, dass bei Frauen pro 15 IQ-Punkten der Kinderwunsch um 25 % sinkt. Diese Korrelation wirft Fragen auf.



Heißt das, intelligente Frauen bremsen die menschliche Evolution aus, indem sie keine Kinder bekommen? Als Expertin für Verhaltenspsychologie sehe ich das anders: Viele Faktoren spielen eine Rolle, von persönlicher Eignung bis hin zu Zeitmangel. Niemand sollte sich schuldig fühlen.

Wir schulden der Menschheit weder unsere Eizellen noch Erklärungen für unsere Entscheidungen. Zudem ist Intelligenz nicht nur erblich: Erziehung und Umwelt sind entscheidend. Forschung zeigt eine Wechselwirkung aus Natur und Nurture.



Beispielsweise fördert staatliche Unterstützung wie bezahlbarer Wohnraum Investitionen in Bildung, was zu intelligenteren Kindern führt.

Erstgeborene gelten oft als klüger – nicht genetisch, sondern weil Eltern strengere Standards anwenden. Intelligenz entsteht durch vielfältige Einflüsse, unabhängig vom mütterlichen Kinderwunsch.

Fazit: Solche Theorien sind interessant, aber Frauen brauchen sich nicht schuldig zu fühlen. Kindererziehung wird durch gesellschaftliche Maßnahmen und vielfältige Förderung optimiert.