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Ein hilfsbereiter Fremder auf dem Bahnsteig: Meine echte Geschichte von Schutz und Menschlichkeit

Ein hilfsbereiter Fremder auf dem Bahnsteig: Meine echte Geschichte von Schutz und Menschlichkeit"Beeil dich, Nidhi, sonst verpassen wir den Zug – das wäre das pure Ende der Welt!" rief ich.
„Oh Gott, das hier ist mein persönlicher D-Day“, dachte ich. „Es fühlt sich an, als hätten sich alle gefräßigen und wilden Typen der Welt auf diesem Bahnsteig versammelt. Keinem Mann ist zu trauen – für sie sind Mädchen wie wir nur Beute, die man einfangen muss.“

Wir fuhren von unserem College in Pantnagar nach Hause in Dehradun und mussten einen Nachtzug vom nächsten Bahnhof nehmen. Nach unserer peinlichen Begegnung mit Ganoven auf dem Weg zum Bahnhof war die Aussicht auf weitere Belästigungen kaum erträglich. Ich war vielleicht zu zynisch: Nicht alle Menschen sind gleich. Zu viel Negatives zieht nur mehr Negatives an – und genau das passierte uns.
Wir waren nicht die einzigen Mädchen auf diesem dunklen Bahnsteig; eine weitere war da, begleitet von ihrem Freund. Er war groß, schlank und fröhlich – ein echter Lichtblick in unserer Unsicherheit. Doch diese Wärme verpuffte schnell, als das Paar sich auf die fernste Bank verzog. Mein Glaube an die Menschheit geriet ins Wanken, und ich zweifelte an Liebe, Vertrauen und Harmonie.

Am Bahnhof glotzten betrunkene Kerle uns an. Wir fühlten Wut, Frust und Angst zugleich – ein Cocktail, den ich so noch nie erlebt hatte. Dann die Hiobsbotschaft: Der Zug hatte eine Stunde Verspätung. Umzingelt von neugierigen Blicken um 21 Uhr, mit anzüglichen Kommentaren, schwand unsere Hoffnung, sicher heimzukommen.

Plötzlich leuchtete inmitten der Dunkelheit ein vertrautes Gesicht auf. Nidhi und ich flüsterten unisono: „Den kenne ich doch!“

Wir wussten, es war Unsinn, trösteten uns aber gegenseitig. Er stand nur zehn Schritte entfernt, in unserer 'sicheren Zone'. Schmetterlinge im Bauch – diesmal ein gutes Zeichen. Seine Aura strahlte Sicherheit aus. Obwohl er uns kaum beachtete, wirkte er wie ein Engel. Nach 30 Minuten traf sein Blick uns: Der wärmste, tröstlichste Blick meines Lebens, noch herzlicher als Mutters Umarmung. Eine stille Kommunikation, die uns rettete.

Ich dachte an 'Jab We Met', schüttelte es aber ab. Er kam näher, stellte sich neben uns und hielt die Störenfriede fern – er gaukelte ihnen vor, bei uns zu sein. Diese Geste überwältigte uns.

Wir wollten danken, fanden keine Worte. Nur Blicke. Er war kein Fremder mehr.

Er blieb eine Stunde, bis der Zug kam. Im Abteil geleitete er mich zu meinem Platz, setzte sich dann ans Ende. Der Kontrolleur kam: Keine Reservierung. Er ging in den Generalwagen. Ich wollte ihm meinen Platz anbieten, traute mich nicht. Regen prasselte, löschte die Euphorie.

Er war fort. Die Wärme seiner positiven Energie verschwand. Zu Hause angekommen, bleibt die Verbindung zu diesem Fremden unauslöschlich.

(Von Kamni Saxena)