Vor einem Monat entdeckten wir ihn plötzlich: einen riesigen braunen Kuschelteddy, der majestätisch auf einem Baum am Straßenrand thronte. Es war ein typischer Montagmorgen auf dem Weg zur Schule mit meinem Scooty Basanti. Mein Sohn Junior, schlaftrunken auf dem Rücksitz, klammerte sich an mich – bis er aufschrie: "Mama, schau mal!" Ich klappte die Helmscheibe hoch, erwartete einen niedlichen Hund in Regenmantel. Stattdessen: ein grizzlybrauner Teddybär hoch oben im Baum. War ich noch im Traum? Junior klopfte mir auf den Arm – nein, es war real. "Kinderstreich, wir sind spät dran!", murmelte ich und brachte den aufgeregten Sechsjährigen zur Schule. Auf dem Rückweg musterte ich den Bären misstrauisch. Bombe? Weggeworfenes Spielzeug? Die Welt ist vorsichtiger geworden. Der Straßenreinigungsservice würde ihn schon entfernen, beruhigte ich mich.
Um 15 Uhr, auf dem Heimweg: Er saß immer noch da, Arme um den Ast geschlungen, wie aus einem Enid-Blyton-Buch entsprungen. Junior warf ihm Kusshände zu. Am nächsten Morgen lächelte er uns fast an. Bald bettelte mein Sohn: "Bitte hol den alten Teddy heim!" – trotz 18 Plüschtiere zu Hause. "Der könnte explodieren!", platzte ich heraus. Unser Kompromiss: Kein Mitnehmen, aber täglicher Schulweg vorbei, Kusshände und ein Name: Miku.
Miku wurde zum Highlight unserer Morgen. Wir sorgten uns bei Regen, hielten den Atem an, wenn er rutschte, fantasieren über seinen "bösen" Besitzer. Als Mutter ahnte ich dunkle Wendungen.
Eines Nachmittags: Der Baum leer. Dort auf der Mülltonne, neben dem Wagen des Reinigungsdienstes, kauerte Miku wie ein schlafendes Kind. Wie erklären? Der Mathetest war egal. "Was ist mit Miku, Mama?" Ich zeigte auf Baum und Müllwagen. Tränen rannen, als Junior stumm hinsah. Zu Hause fiel er mir in die Arme: "Er geht zu einem armen Kind, oder?" Ich nickte stolz – mein Junge lernte Akzeptanz. "Wir sehen ihn wieder, oder?" Hoffentlich. Er umarmte seine 18 Kuscheltiere.
Diese Geschichte hat keine klare Moral, lehrt aber Dankbarkeit. Danke, Miku, für fröhliche Morgen, für die Schönheit simpler Wege, für Lektionen in Zugehörigkeit und Wertschätzung. Wird er zurückkehren? Du lebst in unseren Herzen als der Teddy auf dem Baum.
- von Rashmi Manvi