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Meine Mutter: Mehr als ein Vater – Eine Geschichte voller Hingabe und Stärke

Meine Mutter: Mehr als ein Vater – Eine Geschichte voller Hingabe und StärkeIch sitze auf dem kühlen Marmorboden und erinnere mich lebhaft daran, wie ich meine neuen Arbeitsbücher, Lehrbücher und Hefte vorbereitete – jedes in unterschiedlicher Größe und Form. Meine Mutter klebte sie sorgfältig ein, und ich befestigte frische Etiketten. Mit dem feinsten blauen Stift schrieb ich meinen Namen und die Klasse darauf, die Abteilung ließ ich offen, bis ich am ersten Schultag mehr wusste. Dann packte ich die Bücher in meiner neuen Tasche – sortiert nach einer Reihenfolge, die ich mir eingeprägt hatte. Ich musste nie lange suchen. Solche kleinen Rituale sparen Zeit und prägen sich ein. Der Wechsel von der VWA- zur Janki-Devi-Schule steht mir besonders deutlich vor Augen. Am ersten Tag begleitete mich meine Mutter. Ich war nervös, aber bereit für neue Freunde. Der Übergang fiel schwer: Die Komfortzone verlassen, alte Freunde und Gewohnheiten hinter sich lassen – das ist nie einfach. Eigentlich wollte ich bleiben. Doch Neues entdecken macht es zum Favoriten. Bald liebte ich die eleganten Uniformen, die einzigartige Architektur, den grünen Rasen, den Wurfballplatz, das Fitnessstudio und das Schwimmbad. Es war eine Traumwelt. Am besten: Meine Mutter schuf all das für mich, ohne dass ich die hohen Kosten ahnte. Entscheidungen trafen sie im Verborgenen, ich sah nur Luxus und Geborgenheit. So manövrierte sie unser Leben sicher durch Stürme.

Es wurde zur Routine: Nach der Schule lernte ich mit den Schülern meiner Mutter. Unterrichten war ihre Passion. Sie konnte nicht unter anderen arbeiten, wollte bei uns sein und sich um die Großeltern kümmern. Trotz familiärer Debatten – etwa über Platzmangel – wusste sie: Lehren war ihr Weg, uns zu versorgen. Jeder neue Schüler brachte Freude ins Haus. Sie kaufte Bücher, paukte und unterrichtete. Bald quoll der Raum über vor Schülern. Und ich war immer ihr treuester Schüler.

Wäre ich nicht so aufgewachsen, wäre ich nicht die, die ich heute bin. Nach den Klassen 2 bis 8 saß sie mit mir, korrigierte Hausaufgaben, drillte Wiederholungen. Sie ließ nichts unversucht, damit ich glänzte. Rückblickend fehlt mir der Mut, mich voll zwei Kindern zu widmen. Ihre Selbstlosigkeit ist legendär. Ich wünsche mir, nur einen Bruchteil davon zu haben – täglich versuche ich es, vergeblich.


Wie sie uns beide durchbrachte, bleibt mir ein Rätsel. Jeder Wunsch erfüllt, nie mangelte es materialistisch. Verstecken im Zimmer war so spannend wie Badminton oder Lampen zerbrechen. Sie machte uns stark und unabhängig. Weihnachten mit einer Kamera und einem großen Fevicryl-Set – pure Glückseligkeit. Sie verwöhnte, wenn nötig, strafte, wenn verdient.

Alles wirkte normal, weil sie mir nie Schwäche zeigte. Stets in Finanznot, meisterte sie alles allein. Eine echte Selfmade-Frau. Nie ein 'Nein' – selbst über Budget hinaus landete es bei mir. Älter werdend lebte ich in dieser Blase. Das Ingenieurstudium zu finanzieren war ihr Meilenstein. Heute, nach 20 Lehrajahren, atmet sie auf, frei von Gebühren und Wünschen. Hätte sie mich nicht in die USA geschickt, wäre ich geblieben. Doch nichts bereue ich: Kein 'Wär's anders gewesen...'. Egoistisch hätte sie mich behalten wollen. Stattdessen drängte sie mich zum Erfolg.

Ich wünschte, ich könnte an zwei Orten sein, um bei dir zu sein. Bleib nicht in Indien – der Gedanke zerreißt mich. Ich fühle mich egoistisch, doch ich will dich ständig dabeihaben.

Danke, Ma, für deinen größten Karriere-Meilenstein.
(Von Rhea Khanna)