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Er hat einen Teil von mir mitgenommen: Die Geschichte von Noddy und Goofy

Er hat einen Teil von mir mitgenommen: Die Geschichte von Noddy und GoofyAls mein Mann und ich unseren 37 Tage alten Labrador Noddy nach Hause holten, rieten uns alle in der Familie ab. Sie versuchten alles, um uns umzustimmen, doch vergeblich – bald war Noddy bei uns. Er brachte Sonnenschein in unsere grauen Tage, und wir verstanden nicht, warum jemand kein Haustier wollte. Eines Tages erzählte mein Schwiegervater von seinem treuen, verwöhnten Hund, der vergiftet und grausam getötet wurde. „Der Verlust eines Haustiers ist der intensivste Schmerz“, sagte er. „Seitdem habe ich nie wieder eines genommen.“ Diese Worte nagten wochenlang an mir. Seltsamerweise verspürte ich an Noddys Geburtstagen immer eine leise Traurigkeit – eine Erinnerung daran, dass ein Jahr weniger mit ihm bleibt.

Unser nun neunjähriger Noddy bekam kürzlich Gesellschaft: Ein neues Nachbarpaar zog mit ihrem sechsjährigen Labrador Goofy ein. Goofy hatte dasselbe engelhafte Lächeln und die unschuldigen Augen wie Noddy in jungen Jahren. Noddy zeigte seine Zuneigung mittlerweile zurückhaltend – kein Springen mehr, kein Lecken, stattdessen kuschelte er mit dem Kopf auf unseren Füßen oder rieb sein Gesicht an unseren Beinen. Goofy hingegen weckte Erinnerungen an den verspielten jungen Noddy, der liebend gerne seine Vorderpfoten auf unsere Schenkel stellte.

Meine fünfjährige Tochter, die Noddy vergöttert, verliebte sich prompt in Goofy. Sie nannte Noddy den hübschsten und Goofy den süßesten Hund. Jeden Morgen, wenn ich sie an der Bushaltestelle absetzte, thronte Goofy auf dem Balkon und beobachtete die Welt. Doch er übersah nie ihren Ruf. Bei unseren Spaziergängen sprang er freudig an uns hoch – wir genossen seine pure Aufmerksamkeit.
Eines Morgens berichtete meine Haushaltshilfe, Goofy sei in der Frühe gestorben – just als ich meine Tochter absetzen wollte. Er fehlte auf dem Balkon. Unten traf ich seine Besitzerin; ihre Augen waren rot geweint. Sie brach in Tränen aus und erzählte: „Er spuckte Blut. Wir rasten zum Tierarzt, bekamen Spritzen, doch er blieb unruhig. Um 3:30 Uhr legten wir uns hin, und am Morgen war er fort.“ Ich umarmte sie tröstend. „Er hat einen Teil von mir mitgenommen“, flüsterte sie. Erst dann bemerkte sie meine Tochter, und wir verabschiedeten uns hastig. Meine Kleine bombardierte mich mit Fragen: „Mama, Goofy ist tot? Warum weint die Tante? War er krank? Kommt er nie wieder? Sehe ich ihn nie mehr auf dem Balkon? Spielt er nie wieder mit mir?“ Beim Nahen des Busses sagte ich: „Er ist bei Gott, sicher und gesund. Wir sehen ihn nicht mehr, aber er ist glücklich – mach dir keine Sorgen.“

Abends umarmte ich Noddy innig – etwas, das ich lange nicht mehr getan hatte. Ich brauchte diese Bestätigung, dass er bleibt. Als spürte er meinen Schmerz, sprang er plötzlich mit den Pfoten auf meinen Oberschenkel – der alte „Noddy-Sprung“, den Goofy erst kürzlich wiederbelebt hatte. Tränen rannen mir übers Gesicht. Auf dem Balkon starrte ich auf Goofys Platz. Seine Schüsseln und Decken lagen sauber gewaschen da. Ich schloss die Augen und sah sein verspieltes Gesicht, direkt in meine Augen blickend – ein letztes Mal.

- Von Kalpana Sharma