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Unvergessliche Rikscha-Fahrt in Roorkee: Ein Fremder als Schutzengel

Unvergessliche Rikscha-Fahrt in Roorkee: Ein Fremder als SchutzengelTäglich erreichen uns negative Nachrichten, die den Glauben an die Menschheit erschüttern und uns misstrauisch gegenüber Fremden machen. Doch manche Erlebnisse erinnern uns daran, dass Güte und Hilfsbereitschaft noch existieren. Eine solche Begegnung im Dezember 2012 hat meinen Glauben an andere Menschen neu belebt.

Es war ein kühler, nebliger Tag, als ich in Roorkee ankam, um an einer Feier im Haus meiner Freundin teilzunehmen. Ich war noch nie dort gewesen und rief sie an, um den Weg zu erfahren. Ich teilte die Adresse dem Rikscha-Fahrer mit. Obwohl ich versuchte, selbstsicher zu wirken und ihm zeigte, dass ich ständig mit meiner Freundin in Kontakt stand, plagte mich die Angst: Als Fremde in einer abgelegenen Gegend könnte er mich irreführen oder Schlimmeres. Die Strecke war menschenleer und fernab der Hauptstraßen. Ich hielt Ausschau nach den Orientierungspunkten, die mir meine Freundin beschrieben hatte.

Die Fahrt dauerte rund 45 Minuten vom Busbahnhof. Plötzlich hielt der Fahrer an und sagte, wir seien da. Verunsichert schaute ich mich um. Ich rief meine Freundin an, die mit Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt war und mich bat, mich bei den wenigen offenen Läden zu erkundigen – es war kurz vor 17:45 Uhr, und der Ort wirkte neu besiedelt mit vielen Brachflächen. Meine Angst wuchs, doch der Fahrer spürte es. Er stieg aus, fragte selbst nach und fuhr weiter, überquerte verlassene Grundstücke, befragte Passanten. Mehrmals bat er mich, die Route mit meiner Freundin abzustimmen und orientierte sich an den genannten Landmarken. Schließlich zeigte er mir eines davon. Ich stieg aus, bezahlte und wartete. Als meine Freundin nach zwei Minuten eintraf, drehte ich mich um – und sah, dass der Rikscha-Fahrer noch da war. Er hatte gewartet, um sicherzustellen, dass ich tatsächlich angekommen war.

Ein armer Mann, dessen Einkommen von Fahrgästen abhängt, opferte seine Zeit für meine Sicherheit – ohne Extra-Trinkgeld zu erwarten. Niemand hätte ihm einen Vorwurf gemacht, wenn er mich hätte stehen lassen. Doch er übernahm Verantwortung pur. Arm an Geld, reich an Menschlichkeit, lehrte er mich, was wahre Güte bedeutet.

Wir sprechen oft von Moral und Altruismus, doch wie viele würden für einen Fremden so handeln? Diese Erfahrung schämte mich: Ich hätte nicht dasselbe getan. Taten sprechen lauter als Worte – Ausreden sind einfach.

Ich glaubte nie an Schutzengel, doch dieser Rikscha-Fahrer war einer. Ich kenne weder Namen noch Gesicht, aber in unsicheren Momenten spendet die Erinnerung Trost. Menschlichkeit lebt – vertrauen Sie Fremden, und Sie wissen nie, wer Ihr Engel wird.

Geschrieben von Uma