Ich war 21 Jahre alt, als ich einen NRI heiratete. Schön, lebensfroh, gebildet und voller Energie – so war ich damals.Innerhalb des ersten Monats nach unserer Hochzeit zog ich mit meinem Mann, einem Software-Ingenieur, in die USA. Wir landeten in Chicago und blieben zunächst im Haus meines Schwagers bei seiner Familie. Danach verbrachten wir all unsere Urlaube dort. Mein Mann rühmte meine Kochkünste, und kaum waren wir angekommen, übernahm ich den Koch für die vierköpfige Familie plus uns beide. Ich fühlte mich dabei nie belastet. In einer engen Familie aufgewachsen, schätzte ich Beziehungen und familiäre Bindungen. Vor der Ehe hatte ich nie gekocht – nur zwei Monate zuvor hatte ich die Küche betreten, um mich vorzubereiten. Meine Mutter und Großmutter hatten mir das Kochen eingeprägt. Ich genoss es, zu kochen und den Haushalt zu führen.
Obwohl ich beim NIFT ohnmächtig geworden war, war ich nicht karrierebesessen und fand Erfüllung im Haushalt. Doch zwei Monate nach der Hochzeit begann die körperliche Gewalt. Mein Mann, seit einem halben Jahrzehnt in den USA lebend, war unvorstellbar brutal. Westliche Kleidung war verboten, nicht mal Jeans. Er ließ mich gegen das Licht treten, um zu prüfen, ob mein Anzug durchsichtig war oder der Ausschnitt zu tief. Im westlichsten Land der Welt führte ich ein Leben erbärmlicher als das eines Mädchens in einem orthodoxen Dorf Indiens.
Sechs Monate später bekam ich einen Job. Am nächsten Tag eröffnete mein Mann ein Gemeinschaftskonto – ich freute mich. Doch drei Monate darauf erfuhr ich: Nur mein Gehalt floss hinein und wurde sofort auf sein Konto überwiesen. Kein Handy, keine Kreditkarte, kein Bargeld für mich. Die Gewalt und Dominanz lähmten mich vor Angst.
Nach einem Jahr Ehe kehrten wir nach Indien zurück. Ich erreichte das Haus meiner Eltern mit gebrochenem Arm. Ich log sie an: Ich sei im Bad ausgerutscht. Mein Mann ließ mich einen Monat dort, ohne Geld. Er gab eine Liste mit Haushaltsartikeln mit, die meine Eltern teuer bezahlten. Ich hatte nie allein in den USA eingekauft, nur mit seiner streng kontrollierten Karte. 'Du hast genug Klamotten', hieß es. Auf Kosten meiner Eltern kaufte ich in Indien alles: Unterwäsche, Utensilien, Deko, Geschenke, Schmuck. Meinen Hochzeitsschmuck hatte meine Schwiegermutter bei meinem ersten Besuch einbehalten. War ich zu jung dafür? Oder zu jung, um allein ein US-Haus zu managen – sauber halten, kochen, arbeiten?
Ich ertrug das drei Jahre mit aller Positivität.
Im vierten Jahr wurde meine Tochter geboren. Ich wollte kein Kind, wagte aber nichts zu sagen. Nach der Entbindung ließen mich Mann und Schwiegermutter zwei Tage allein im Krankenhaus. Mein Mann warf mir vor, das Geschlecht verheimlicht zu haben. Meine Arztbesuche absolvierte ich solo. Keine Windeln, nur vom Krankenhaus. Mein Bruder aus Großbritannien schickte ein Paket mit Babysachen.
Fünfzig Tage postpartum versuchte ich, mir das Leben zu nehmen – vergeblich.
Mein Bruder holte mich in die USA und brachte mich nach Indien. Meine Tochter war 59 Tage alt; ich kam nur mit ihr. Ich blieb ein Jahr bei meinen Eltern, ließ sie dort und zog nach Delhi für einen Job. Das ist nun zehn Jahre her. Ich arbeite, besuche sie alle zwei Wochenenden. Ich kämpfte zehn Jahre gerichtlich, ohne Unterhalt vom Vater. Ich weiß nicht, wo er ist. Er hat mein Leben zerstört. Obwohl ich beruflich erfolgreich bin, fehlt mir ein Leben. Ich vermisse meine Tochter, habe keine Freunde mehr, kein Selbstvertrauen, kein Sozialleben.
Als alleinerziehende indische Geschiedene ist das Leben hart. Ich trage Kummer in mir und täusche vor meinen Eltern Glück vor.
Ich weiß nicht, wie ich mit 21 zu 37 wurde. Ewige Ehen sind nicht immer ewig. Körperliche Wunden heilen, seelische nicht.
Mein Rat an die Jugend: Wartet nicht auf Besserung in einer schlechten Ehe. Ein Dämon bleibt Dämon. Handelt richtig, lasst euch nicht für Auslands träume opfern.
(anonym)