Meine Familie ist die beste – auch wenn sie 'kaputt' war!
Wach auf mit dem Lärm streitender Eltern mitten in der Nacht – das war für mich Routine. Eines Nachts weckte mich der Radau, ich versuchte, ihre Worte zu verstehen, weinte und schlief schließlich erschöpft ein, die Hand meiner Schwester haltend, Tränen in den Augen.
Drei Tage nach dieser Nacht kam mein Vater nicht mehr heim. Neugierig fragte ich meine Mutter nach ihm. „Er kommt, wann er will“, lautete ihre Antwort. Verwirrt dachte ich: Es ist doch sein Zuhause, warum sollte er nicht täglich kommen?
In der nächsten Nacht klingelte es. Ich rannte zur Tür, hoffte auf ihn. Als ich öffnete, stand er da. „Wer ist das?“, rief meine Mutter. „Der Mann, der vor vier Tagen kam, Mama“, platzte es aus mir heraus. Mein Vater war schockiert, und ich fühlte Schuld. Danach kam er unregelmäßig – ich lernte, damit zu leben.
Alles in unserem 'Zuhause' war zu viel für mich (10) und meine Schwester (13). Wir wussten: Es würde nie wieder normal werden. Der Gedanke machte mich krank.
'Mama oder Papa?' – diese Frage erschütterte mich. Als meine Mutter mit uns auszog, war ich hilflos. Ich wollte sie stoppen, doch der Familienzusammenbruch war unausweichlich.
Besser als tägliches Schreien und Beschimpfen, das war Albtraum pur. Ich akzeptierte es als neue Realität.
Fünf Monate durften wir Vater nicht sehen. Ich wurde emotional taub. Meine Mutter bemerkte es, und es wurde besser. Nach der Pause besuchte er uns, nahm uns mit auf Ausflüge – pure Freude!
Heute, zehn Jahre nach der Trennung, bin ich dankbar. Meine Eltern sind die besten der Welt. Auch getrennt stehen sie für mich ein. Sie haben Frieden gefunden, Depressionen besiegt, Reue verarbeitet und sind wieder aufgestanden. Meine Schwester und ich halten zusammen – wie eine Familie, selbst wenn sie 'kaputt' war.
- Anonym