Repräsentatives Bild
Als ich gestern Abend spät aus dem Büro nach Hause kam, bot sich mir ein zauberhafter Anblick: Die Gassen unserer Wohnkolonie erstrahlten in hellem Licht, Streetfood-Stände lockten mit Pani Puris, Chaats und anderen Köstlichkeiten, die selbst nach einem vollen Abendessen den Appetit anregten. Gruppen von Frauen in traditionellen Saris umringten die Mehendi-Künstlerinnen, während Ehemänner und Familienmitglieder sie liebevoll beobachteten. Die ansteckende Energie der Menschen ließ jeden Vorbeikommenden lächeln.
Kaum in meiner Wohnung angekommen, fragte mich eine Nachbarin begeistert: „Hast du deinen Sargi bekommen?“ Um sie nicht zu enttäuschen, erklärte ich, dass dieses Fest in Assam selten gefeiert wird und ich nicht dazugehöre. Seit meiner Hochzeit vor fünf Jahren lebe ich in Delhi und entdecke täglich die lebendige Festivalkultur dieser faszinierenden Stadt.
„Koi nahi beta, ich bereite Ihnen einen Sargi zu“, erwiderte die herzliche Dame. So wurde ich in ihren Kreis der Wärme aufgenommen.
Im Park, wo sich die Frauen unserer Kolonie versammelten – einige ließen Mehendi auftragen, andere plauderten mit Freundinnen –, erfuhr ich mehr: Sargi ist die nährende Mahlzeit vor Morgengrauen, ein Geschenk der Schwiegermutter an die Schwiegertochter, ergänzt um Kleidung und Schmuck für die Puja. Als jemand, der indische Traditionen aus erster Hand erlebt, beeindruckt mich diese tiefe Verbundenheit immer wieder.
Ehrlich gesagt staunte ich über die Freude dieser Frauen, die einen ganzen Tag ohne Wasser fasten würden – ein strenges Nirjala-Fasten, das selbst Disziplinierten Respekt abnötigt. Doch Lachen und Ausgelassenheit beherrschten die Vorbereitungen.
Gerne würde ich das einem Kritiker erklären, der Karwa Chauth auf Fasten und Unterdrückung reduziert. Viele, die sich Feministinnen nennen, kritisieren es scharf. Doch dieses Fest verbindet die ganze Familie: Die Schwiegermutter wählt liebevoll Essen und Outfit aus, der Ehemann kümmert sich rücksichtsvoll, und die Frau betet für ewiges Zusammensein. Sie fastet freudig – daran ist nichts Verwerfliches.
Auf dem Heimweg hielt mich mein Nachbar auf: „Vergiss nicht, den Sargi vor Sonnenaufgang zu essen. Ich erkläre dir später, wie du das Fasten brichst.“ Ihr kleiner Sohn half mit einer Kiste voller Trockenfrüchte und Süßigkeiten, da die frische Mehendi das Tragen erschwerte.
Bei diesem Karwa Chauth lernte ich: Es geht um Liebe, gegenseitige Fürsorge und das Genießen jedes Moments.
Glückliches Karwa Chauth!