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Der mächtige Monsun in Mumbai: Chaos und Magie aus erster Hand

Der mächtige Monsun in Mumbai: Chaos und Magie aus erster HandDer „hohe und mächtige“ Mumbai-Monsun (repräsentatives Bild von Pexels). Seit viereinhalb Jahren fürchte ich diese unerbittliche Jahreszeit – den Monsun in Mumbai. Eine normale anderthalbstündige Autofahrt ins Büro morgens wird zu quälenden 2,5 Stunden. Abends nach Hause zu kommen, ist noch schlimmer. Die legendäre Arroganz der Autofahrer und Taxiwalas im Regen zwingt Sie, zu betteln, Mitfahrten zu organisieren oder sogar ahnungslose Pendler anzusprechen.
Die gesamte Stadt erstarrt. Autos schleichen im Schneckentempo voran, Züge streiken. Trotz alledem laden Mumbaikars Millionen verträumter Regenfotos auf Social Media hoch. Jedes romantische Nieselregen-Bild treibt mich in den Wahnsinn: „Was ist los mit diesen Leuten?“, frage ich mich.

Mittlere Tanten „vergessen“ ihren Schirm bei sintflutartigen Guss. Die Gemüsehändler feilschen mit Nachbars-Tanten, während der Samosa-Vada-Pav-Verkäufer seine frischen, gelbsüchtigen Köstlichkeiten an Kunden verhökert, die am Motto „Thoda chai peete hai, aur baarish ka mazaa lete hai garma garam kanda aur batata pakode ke saath“ festhalten. Business as usual, während die Stadt in den Kanalisation versinkt.
Für mich, eine Malayalee aus Chennai, die sogar bei Sonne einen Schirm nutzt (verurteilen Sie mich nicht!), ist es absurd: Tanten, Onkel und Kinder schlendern faul durch Sturzbäche. Diese seltsamen Gestalten schelten mich sogar, weil mein defekter Schirm sie trifft. „Abhi baarish thodi hai, bandh karo chaate ko. Paagal ladki!“, brüllen sie.

Letzten November wechselte ich zum Homeoffice und gönne mir nun die „Schönheit“ des Regens vom Fenster aus. Mit warmer Morgenkaffeetasse beobachte ich den Park gegenüber: Kinder plantschen in braunen Pfützen, Spaziergänger hasten über nasse Fliesen, Yogis lachen lauter nach ihren Sessions. Ihr Energielevel explodiert im Regen.

Der Monsun hat trotz aller Fallen etwas Magisches. Spinnweben im Kopf lösen sich, man schätzt das Zuhause mehr, und der innere Poet erwacht.

Mumbai im Regen muss man erlebt haben, um den Wahnsinn zu verstehen. Dramatischer als Saas-Bahu-Serien, tragischer als Romeo und Julia, magischer als Tinker Bells Feenstaub.

– Von Gayatri Bhadran