Geschrieben von Gayatri BhadranVor acht Jahren zog ich nach Mumbai. Manche Tage liebe ich diese Stadt leidenschaftlich, an anderen möchte ich auf eine einsame Insel fliehen und nie zurückkehren. Ist sie wirklich mein Zuhause – oder nur eine Durchgangsstation? Die Zeit wird es zeigen.
Arbeitsfreundschaften sind oft flüchtig, doch mit 2-3 engen Kollegen entstehen echte Bande, die über die Jobzeit hinaus bestehen. Mein erster Arbeitsplatz in Mumbai war bei der inspirierenden Chefin Mary Oommen. Sie schuf ein unterstützendes Umfeld, in dem wir – ihre handverlesenen "Engel" – gedeihen konnten. Als erste Nicht-Familienperson gratulierte sie mir zur Geburt meines Sohnes, teilte subtile Erziehungstipps und drängte mich sanft, für meine mentale Gesundheit schnell zurückzukehren. Noch heute ruft sie jährlich an und wirft mir Jobangebote zu.
Beim nächsten Arbeitgeber erlebte ich die rauen Seiten der Mumbai-Unternehmenswelt: harte Politik, tägliche Tränen im Büro und zu Hause. Der Pendelverkehr – eine Stunde morgens, vier abends – verschärfte alles. Rückblickend frage ich mich, ob es das wert war. Doch tolle Kollegen, die mir zuhörten, machten es erträglich.
Fünf Jahre später, inmitten der Mutterschafts-Herausforderungen mit einem trotzigen Kleinkind (dessen Lieblingsworte "Nein" und "Sprich nicht" sind), lache ich darüber hinweg. Ich weiß, diese Phase vergeht. Jeden Abend bete ich, dass die Schulen bald öffnen.
Durch all diese Jahre habe ich die Resilienz der Mumbaikars hautnah miterlebt: ihren Wettbewerbsdrang, aber auch ihre Wärme. Mumbai lebt von ihren Menschen – einer bunten Mischung, die mal enttäuscht, mal überwältigt.
Die letzten fünf Jahre förderten Nachbarschaftsfreundschaften mit anderen Müttern. Unsere Gespräche sind bereichernd, und Playdates sind mein Highlight – ein Tag ohne ist verloren.
Nach fast einem Jahrzehnt: Bin ich eine Mumbaikar, obwohl mein Herz in Chennai schlägt? Die Zeit wird antworten. Ich lehne mich zurück und beobachte.
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