Repräsentatives Bild. Ich erinnere mich noch lebhaft an die Geschichten meiner Großmutter über Fischer, die ihren ersten Fang dem 'Geist' des Flusses opferten – einem 8 Fuß großen alten Mann in Weiß, den man für einen wohlwollenden Geist hielt. Ehrfürchtig hörte ich zu und glaubte jedes Wort. Als sie mir erzählte, sie könne mit Fröschen die Regengötter beschwören, zweifelte ich nicht.
„Weißt du, alles, was du brauchst, sind zwei Frösche, um den Donner rollen zu lassen“, sagte sie.
"Oh! Wie bringen Frösche Regen, aita?“, fragte ich staunend.
„Zweifelst du an mir, Mädchen?“, fragte sie schelmisch entrüstet.
"Nein, nein, ich bin nur neugierig!“, beeilte ich mich zu sagen.
Meine aita (aita heißt auf Assamesisch Großmutter) war eine meisterhafte Geschichtenerzählerin, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen fesselte. Sie liebte Bewunderung und nahm Herausforderungen an. In jenem Jahr verspätete sich der Monsun in Assam – ungewöhnlich für Juli. Perfekte Bedingungen, um ihr Wissen zu beweisen.
Mit ihrem geheimen Ritual beauftragte sie ihre Köchinnen Madhu und Malati, zwei große, fette Frösche zu fangen: „Einen von jedem Geschlecht!“ Die Damen waren ratlos, doch nach Inspektion einer Frosch-Armee fand aita ihr Paar. Ein Priester vollzog die Hochzeit der hilflosen Amphibien in einem Eimer. Freunde sangen Lieder, rezitierten Hymnen. Endlich wurden Herr und Frau Frosch freigelassen.
Als die Gäste gingen, grollte es am Himmel. Aita lächelte wissend. In jener Nacht lullte prasselnder Regen uns ein.
– Von Rupamudra Kataki