Meine Barbie-Puppen wecken in mir die schönsten Kindheitserinnerungen. Während ich oft mit Spielzeugpistolen spielte und mich wie ein Wildfang fühlte, holten meine Schwester und ich gelegentlich unsere Puppensammlung hervor. Wir spielten "Haus-Haus", kochten imaginären Tee, brachten die Puppen zum Schlafen, zogen sie um und schminkten sie – und ja, sie durften sogar an den actionreichen G.I. Joe-Kriegen unserer Brüder teilnehmen. Die Puppen waren makellos hübsch und zart. Sie waren die einzigen Spielzeuge, die wir stets tipptopp hielten, mit intakten Köpfen und Gliedmaßen. Niemals haben wir sie mit Bedauern betrachtet. Wir fragten uns nicht, warum sie so schlank waren oder ihre Taillen so schmal.
Der entscheidende Punkt: Wir hatten keine Körperbild-Probleme. Wir genossen unser Essen und tobten unbeschwert draußen herum. Heute stoße ich auf neuere Barbie-Modelle, die "realistischer" skaliert wurden – dicker, dunkler, weniger filigran. Warum? Können Kinder heute nicht ebenso unbeschwert mit ihnen spielen wie wir? Warum sollten sie überhaupt mit Körperformen hadern? Sie sind Kinder!
Erst mit 19 erfuhr ich von Größe Null oder BMI. Vielleicht kein Idealzustand. Doch Schönheitsideale und den Druck der perfekten Figur im Kinder Kopf zu pflanzen, ist ebenso schädlich. Kinder verdienen Unschuld und Sorglosigkeit: Glauben an Feen, Weihnachtsmann und Lebkuchenhäuser. Wenn nicht, haben wir versagt.
Lassen Sie Kinder einfach Kinder sein. Lassen Sie sie imaginäre Freunde haben und unsichtbaren Tee aus rosa Tassen trinken. Das schulden wir ihnen – und uns selbst.
- Von Gayatri Bhadran