Daria (Name geändert) wurde über ein Jahrzehnt von ihrem Ex-Mann missbraucht.
Warnung: Dieser Artikel enthält detaillierte Schilderungen von Gewalt in Beziehungen.
Zwangskontrolle und körperliche Gewalt eskalierten während ihrer Beziehung.
"Eines Abends sahen wir fern, und er sagte: 'Weißt du, du hast so ein Glück, dass ich dich nicht getötet habe'", berichtet Daria, die in den Dreißigern ist.
"Ich habe nur auf meine Hände geschaut und genickt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich schon entschieden zu gehen."
Während er im Ausland unterwegs war, entkam sie. Doch das Verlassen bedeutete nicht sofortige Freiheit.
„Es gab die offensichtlichen Dinge, die ich erledigen musste – wie umziehen, neue Bankkonten eröffnen, neue E-Mails erstellen, eine neue Telefonnummer bekommen“, beschreibt Daria.
Das Wiederaufbauen ihres Lebens bei gleichzeitiger Sicherung war eine enorme Herausforderung.
„Ich kam mit zwei Stunden Schlaf pro Nacht aus, litt an PTBS – mit schrecklichen Albträumen und Panikattacken“, sagt sie.
Heute ist Daria in einer liebevollen Beziehung und staunt, wie weit sie gekommen ist.
Renata Field, Managerin für Politik, Forschung und Interessenvertretung bei Domestic Violence NSW, betont: Menschen, die keine häusliche oder familiäre Gewalt erlebt haben, unterschätzen oft die Heilungszeit.
„Und ich glaube nicht, dass die Menschen wirklich verstehen, wie weit Betroffene gehen, um der Gewalt zu widerstehen und Sicherheit für sich und ihre Familien zu schaffen“, erklärt sie.
Die gefährlichste Zeit
Die gefährlichste Phase für Frauen in missbräuchlichen Beziehungen ist der Moment des Verlassens.
„In NSW wissen wir, dass die meisten Schutzanordnungen in den ersten 24 Stunden verletzt werden“, sagt Field.
"Betroffene ergreifen extreme und clevere Sicherheitsmaßnahmen, um bestmöglich geschützt zu sein."
Diese Anstrengungen können sich über Jahrzehnte erstrecken.
Daria hatte bei ihrer Flucht ein stabiles Einkommen und keine Kinder – unter den Umständen ein Glücksfall.
Viele Flüchtende geraten in Obdachlosigkeit und Armut, besonders aus Minderheitengemeinschaften wie Migranten, Flüchtlinge oder der LGBTQIA+-Community.
„Eine missbräuchliche Partnerschaft zu verlassen, ist für viele extrem schwer – oft fehlen die finanziellen Mittel für ein sicheres Leben“, sagt Field.
Sofortige Maßnahmen umfassen Umzug an sichere Orte, manchmal sogar das Auto. „In NSW greifen Hunderte jede Nacht auf vorübergehende Unterkünfte zurück“, berichtet sie.
Viele zerstören ihr Telefon aus Angst vor Tracking-Apps, ändern Passwörter und schließen Konten – während sie Zugang zu Hilfsdiensten wie Centrelink, Therapie und Gesundheitsversorgung suchen.
Langfristig verbergen Überlebende ihre Identität und Adresse, um nicht auffindbar zu sein.
Eine Betroffene stellte sogar einen Privatdetektiv an, um den Täter zu überwachen.
Das wirkt sich auch auf Familien aus: „Eine Frau konnte ihr Kind nicht bei Sport anmelden, weil das Formular eine Wohnadresse verlangte und sie nur ein Postfach nutzt“, erzählt Field.
'Auf anhaltenden Schaden fixiert'
Daria verließ ihren Täter leichter, da er im Ausland war, doch die Belästigung ging weiter.
Er impersonierte sie per gefälschten E-Mails an Kollegen und doxte sie mit Details wie ihrer Steuernummer.
Trotz Verstoß gegen die Schutzanordnung konnte die Polizei nichts tun, solange er nicht in Australien war.
Ähnlich erging es Jacinda (Name geändert): Ihr Ex-Freund kontaktierte sie trotz ihrer Schutzmaßnahmen.
Sie zog in eine andere Stadt, packte nur ins Auto Passendes ein.
Jacinda wechselte Nummern, löschte Social Media und verschwieg ihren Namen.
Monate später entdeckte sie winzige Überweisungen, z. B. 3,60 $, mit bedrohlichen Notizen.
Field erklärt: Täter sind oft besessen davon, Schaden zuzufügen und Kontrolle zu behalten.
Dienste gehen 'über das hinaus', um zu helfen
Jacindas Ex gab schließlich auf; sie ist seit sieben Jahren glücklich verlobt, in einem geliebten Job.
Daria denkt selten ans Trauma und ist dankbar für ihr Leben.
Field: Das Verlassen ist herausfordernd, doch es öffnet Türen zu Freiheit und Glück.
„Dienste unterstützen intensiv, trotz Unterfinanzierung – sie tun alles Mögliche.“ Speziell für marginalisierte Gruppen.
Für Hilfe: Rufen Sie 1800 RESPECT an.