Steff Fenton outete sich Anfang 20 und engagierte sich über ein Jahrzehnt in der anglikanischen Kirche für einen Raum, in dem queere Christen willkommen sind.
Letztes Jahr gründeten Steff und Freunde eine neue Gemeinde, in der sich jeder wohlfühlt.
„Queere Christen sollten nicht nur toleriert oder akzeptiert werden – sie sollten gefeiert werden“, betont die Pastorin.
Im Podcast „Innies + Outies“ von ABCQueer sprach ich mit Steff über ihre bewegende Geschichte.
Steffs Weg
Ich wuchs in Tamworth auf, im Land der Kamilaroi-Nation in New South Wales. Meine ersten Kontakte zur queeren Kultur waren begrenzt – hauptsächlich ein schwuler Mitschüler, der gehänselt wurde.
Ich spürte früh meinen christlichen Glauben. Bereits in der 2. Klasse kam ich vom Religionsunterricht heim und sagte: „Mama, ich habe mein Leben Jesus übergegeben.“
Mein erstes Mädchen war mit 19 – eine enge Freundin, mit der es ein paar Jahre dauerte. Doch innerlich dachte ich: „Das hat nichts mit mir zu tun.“ Ich malte mir ein glücklich heterosexuelles Leben aus. Der Prozess der Selbsterkenntnis dauerte fünf Jahre, geprägt von tiefer Scham.

Coming-out in der Kirche
Mein Coming-out in der Gemeinde drehte alles um: Von einer zentralen Figur – Leiterin der Musik und der Kirche – wurde ich marginalisiert.
Meine Welt brach zusammen – wie ein Teppich, der mir unter den Füßen weggezogen wurde: Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Zukunft.
Trotzdem blieb ich 12 Jahre in der anglikanischen Kirche. Zunächst glaubte ich, zölibatär leben zu müssen.
Meinen Glauben stellte ich nie infrage. Für mich steht die bedingungslose Liebe und Gnade Jesu über allem. Als die Kirche anderes propagierte, war es mein Glaube, der mich lehrte, ihnen nicht mehr zu vertrauen.
'Kein Wille zur Veränderung'
Ich wurde unruhig und setzte mich in der anglikanischen Kirche ein – Gespräche mit Pfarrern und Bischöfen.
„Du musst dich ändern. Kannst du zuhören?“, forderte ich.
Doch die Antwort lautete: Wir sind nicht interessiert an Veränderung.
2020 starb ein queerer Freund durch Suizid. Während des Lockdowns konnte ich mich nicht mehr online einloggen – wochenlang.
Einmal fuhr ich zur Kirche, doch mein Herz raste: Eine massive Trauma-Reaktion. Das war der Auslöser für meinen Abschied.
Gründung einer queerfreundlichen Kirche
Die New City Church wurde zu frischer Luft für uns. Fünf Schwule starteten – vier mit pastoraler Ausbildung. Unsere alten Kirchen waren kein sicherer Ort mehr.
„Lasst uns die Kirche bauen, die wir brauchen“, sagten wir. Der erste Gottesdienst war im Juli 2020 – seither wachsen wir stetig.
Die Veränderungen im Leben der Menschen sind atemberaubend: Ein Raum, um sich selbst zu sein, Gott frei zu erkunden, ohne Ablehnung. Unsere Community ist wunderbar vielfältig.

In dieser Zeit outete ich mich auch als trans und genderqueer, begann sie/sie-Pronomen zu nutzen und Hormontherapie – kurz vor der Top-Operation, jetzt über vier Monate her.
Ein Freund sagte: „Du bist derselbe Steff, nur noch mehr Steff.“ Genau das ist Gender-Affirmation für mich: Ich fühle mich geerdet, authentisch, offen für das Gute im Leben.
Die Steff von vor fünf Jahren hätte mich schockiert: „Wer bist du? Du hast deinen Glauben verraten!“ Damals war mein Glaube schwarz-weiß.
Heute lebe ich mein bestes Leben mit der stärksten Gottverbindung aller Zeiten.
Weitere faszinierende Geschichten von LGBTQIA+-Australiern über Coming-Out oder Bleiben finden Sie in „Innies + Outies“ auf ABC Listen.