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Gedeihstörung bei Kindern: Ursachen, Symptome und wirksame Behandlung

Gedeihstörung bei Kindern: Ursachen, Symptome und wirksame Behandlung

Gedeihstörung (FTT) bei Kindern beschreibt eine unzureichende Gewichtszunahme. Mögliche Ursachen reichen von sozioökonomischen Faktoren, wählerischem Essen, Vernachlässigung oder Missbrauch über Erkrankungen bis hin zu Unterernährung. Die Therapie umfasst bei schweren Fällen einen Krankenhausaufenthalt, eine kalorienreiche Ernährung mit Proteinen, Kohlenhydraten und essenziellen Nährstoffen sowie viel Zuwendung und Fürsorge.

Was ist Gedeihstörung (FTT)?

Gedeihstörung bedeutet, dass ein Baby nicht altersgerecht zunimmt. Die Wachstumsrate in Größe und Gewicht liegt deutlich unter dem Durchschnitt gleichaltriger Kinder. Dies geht oft mit Entwicklungsverzögerungen und emotionalen Beeinträchtigungen einher. Betroffene Babys erhalten entweder zu wenige Nährstoffe oder können diese nicht richtig aufnehmen oder verwerten. Ohne Behandlung drohen fundamentale Meilensteine wie Sitzen, Gehen oder Sprechen zu versäumen.

Man unterscheidet zwei Hauptformen:

  1. Nicht-organische Gedeihstörung (NOFTT)

Sie resultiert primär aus mangelnder elterlicher Zuwendung oder Vernachlässigung. Sie tritt in allen Schichten auf, häufiger jedoch bei Armut, gestörten Familienverhältnissen oder chaotischem Alltag.

2. Organische Gedeihstörung (OFTT)

Hier liegt eine zugrunde liegende Erkrankung vor, die die Nährstoffaufnahme behindert – etwa Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Zerebralparese oder erbliche Syndrome.

Sollte ich mir Sorgen machen, wenn mein Kind nicht zunimmt?

Nach einer Erkrankung ist eine vorübergehende Gewichtsabnahme normal; das Kind holt meist auf. Auch eine langsamer zunehmende Gewichtskurve kann unproblematisch sein. Alarmierend ist ein Rückgang vom oberen auf ein niedriges Perzentil.

Gedeihstörung bei Kindern: Ursachen, Symptome und wirksame Behandlung

Ursachen der Gedeihstörung

Nicht-organische Formen betreffen vorwiegend Kinder unter 2 Jahren ohne organische Erkrankung. Organische Formen beruhen auf medizinischen Problemen.

Nicht-organische Ursachen

  • Mangelnde emotionale Bindung zu den Eltern
  • Armut
  • Unkenntnis der elterlichen Ernährungsbedürfnisse des Kindes
  • Wählerisches Essen
  • Mütterliche Deprivation

Organische Ursachen

  • Genetische Syndrome wie Down-Syndrom
  • Hormonstörungen
  • Organdefekte
  • Neurologische Schäden
  • Herz- oder Lungenkrankheiten
  • Bluterkrankungen wie Anämie
  • Verdauungsstörungen
  • Chronische Infektionen
  • Niedriger Stoffwechsel
  • Geringes Geburtsgewicht

Anzeichen und Symptome

  • Auffällig langsame Gewichtszunahme
  • Ständige Müdigkeit
  • Fehlende altersgerechte Sozialreaktionen
  • Verzögerte motorische Entwicklung
  • Spätere Lern- und Verhaltensstörungen
  • Lethargie
  • Übermäßige Reizbarkeit
  • Launigkeit

Gedeihstörung bei Kindern: Ursachen, Symptome und wirksame Behandlung

Diagnose

Die Abklärung erfolgt schrittweise:

  • Detaillierte Ernährungsanamnese
  • Vollständige körperliche Untersuchung (Gewicht, Größe, Fehlbildungen, Vitalzeichen, Mangelerscheinungen)
  • Familiäre und krankheitsbezogene Anamnese
  • Ausschluss von Missbrauch oder Vernachlässigung
  • Denver-Entwicklungstest

Zusätzliche Untersuchungen:

  • Großes Blutbild (CBC)
  • Elektrolyte
  • Hämoglobinelektrophorese
  • Hormon- und Schilddrüsenwerte
  • Knochenalters-Röntgen
  • Urinuntersuchung

Risikofaktoren

Wichtige Risikofaktoren für Gedeihstörung:

  • Armut: Mangel an Vitaminen und Nährstoffen begünstigt Erkrankungen und Untergewicht.
  • Psychosoziale Faktoren: Emotionale Vernachlässigung durch postpartale Depression, Sucht oder Überlastung.
  • Unzureichende Pflege:
    • Fehlendes Ernährungswissen
    • Sorge um andere Familienmitglieder
    • Postpartale Depression
    • Alkohol- oder Drogenprobleme
  • Frühgeburt: Verzögerte Gewichtszunahme häufig.
  • Medizinische Vorerkrankungen: Genetik oder Erkrankungen, die Füttern erschweren.

Gedeihstörung bei Kindern: Ursachen, Symptome und wirksame Behandlung

Behandlung der Gedeihstörung

Meist ambulant zu Hause mit ärztlicher Anleitung und kalorienreicher Ernährung. Bei Schweregrad: Krankenhaus mit Sondennahrung.

Zuerst Kinderarztbesuch, dann ggf. Fachärzte (Logopädie, Psychologie, Kardiologie etc.). Elternschulung zu Stillen und Füttern essenziell.

Bleibt ein Kind mit Gedeihstörung dauerhaft klein?

Abhängig von der Ursache: Chronische Erkrankungen können Wachstum behindern, behandelbare Faktoren wie Frühgeburt ermöglichen oft Aufholjagd.

Wann zum Arzt?

Gedeihstörung kann multifaktoriell sein. Rufen Sie bei:

  • Atemnot
  • Ohnmacht
  • Rapidem Gewichtsverlust
  • Schwäche/Lethargie
  • Unstillbarem Weinen

Erfolgreiches Gedeihen bedeutet volles Potenzial körperlich und emotional. Schwangerschaftsvorsorge und psychosoziale Unterstützung vorbeugen.

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