Für ungeübte Augen kann Psoriasis bei Säuglingen wie eine schwere Windeldermatitis wirken, insbesondere im Windelbereich. Sie tritt jedoch auch im Gesicht, an Brust, Bauch oder Kopfhaut auf und wird oft mit starken Schuppen verwechselt. Dieser Leitfaden erklärt den Zustand, seine Ursachen und mehr – basierend auf etablierten dermatologischen Erkenntnissen.
Was ist Psoriasis?
Psoriasis bei Babys ist eine seltene entzündliche Hauterkrankung, die früh auftreten kann, meist jedoch erst im Teenageralter oder später. Sie zeigt sich durch erhabene rote Flecken mit silbernen Schuppen, verursacht durch übermäßiges Wachstum von Hautzellen. Typische Lokalisationen sind Knie und Ellbogen, doch sie kann sich auf Achseln, Gesäßnähe oder Kniekehlen ausbreiten.
Pädiatrische Psoriasis manifestiert sich in zwei Hauptformen:
- Plaque-Psoriasis: Häufigste Form bei Kindern – kratzende Plaques mit weißlich-silbernen Schuppen an Knien, Kopfhaut, Ellbogen und unterem Rücken.
- Guttata-Psoriasis: Bei Kindern üblicher als bei Erwachsenen – kleine, punktförmige Läsionen an Armen und Beinen, weniger schuppig.
Schweregrade reichen von leicht (wenige Läsionen) über mittelschwer (3–10 % Körperoberfläche) bis schwer (über 10 %, bis hin zum gesamten Körper).
Hier weitere relevante Formen:
Arten von Psoriasis bei Kindern
- Kopfhaut-Psoriasis: Weißlich-gelbe, schuppige Plaques auf Kopfhaut, Ohren – oft juckend und rot.
- Akute Guttat-Psoriasis: Kleine, fleckige Läsionen; bei weniger als 2 % der Betroffenen, häufiger bei Kindern.
- Beuge-Psoriasis (inverse Psoriasis): Glänzender, glatter Ausschlag in Hautfalten; selten allein, oft kombiniert.
- Chronische Plaque-Psoriasis: Betroffen sind rund 90 % aller Psoriasis-Fälle, auch bei Kindern häufig.
- Nagelpsoriasis: Verfärbungen, Löcher; folgt meist anderen Formen wie Plaque-Psoriasis.
- Lichtempfindliche Psoriasis: Selten, durch Sonne ausgelöst; Vermeidung von UV-Strahlung hilft.
Ursachen von Psoriasis bei Kindern
- Genetische Faktoren spielen eine Schlüsselrolle.
- Ein Drittel der Betroffenen hat einen Verwandten mit Psoriasis.
- Bei betroffenem Elternteil: 15 % Risiko für das Kind.
- Bei Geschwistern ohne elterliche Psoriasis: 20 % Risiko.
Anzeichen und Symptome von Psoriasis
Symptome variieren je Form. Häufig:
- Rote Plaques mit silbernen Schuppen.
- Juckreiz, Schmerzen, Risse und Blutungen.
- Ausbreitung und Verschmelzung bei Extremfällen.
- Nagelveränderungen: Verfärbung, Bröckeln.
- Schuppiger Belag auf Kopfhaut.
- Blutungen bei Kratzen.
- Psoriasis-Arthritis (bei 30 %): Gelenkschwellungen.
Wie sieht Psoriasis im Kindesalter aus?
- Nagelverfärbungen und -löcher.
- Starke Schuppung.
- Plaques im Windelbereich, ähnlich Erwachsenenpsoriasis.
Bei Säuglingen selten, erfordert genaue Beobachtung.
Ist Psoriasis bei Kindern häufig?
Jährlich über 20.000 Diagnosen in den USA; weltweit 0,7 % der Kinder betroffen. 1 von 10 Kindern bis 10 Jahre. Frühe Behandlung verhindert Schmerzen, psychische Belastung und Komplikationen wie metabolisches Syndrom, Fettleibigkeit oder Herzrisiken.
Ist Psoriasis schmerzhaft?
Oft juckend und schmerzhaft; erythrodermische Form extrem und potenziell lebensbedrohlich.
Kann Psoriasis geheilt werden?
Nicht heilbar, aber gut behandelbar.
Auslöser, die Psoriasis verschlimmern
- Infektionen.
- Hautreizungen.
- Stress.
- Fettleibigkeit.
- Kaltes Wetter.
Ist Psoriasis ansteckend?
Nein, autoimmune Entzündung – nicht durch Viren, Pilze oder Bakterien.
Psoriasis oder Ekzem?
Psoriasis: Stechend, brennend, dicke, silberne Plaques (Knie, Ellbogen, Kopfhaut). Ekzem: Intensiver Juckreiz, blutende Kratzer, oft in Beugebereichen. Auslöser unterschiedlich: Ekzem durch Allergene/Reizstoffe; Psoriasis durch Infekte/Stress.
Diagnose von Psoriasis bei Kindern
Körperliche Untersuchung: Symmetrische, rote, schuppige Plaques an typischen Stellen; Familiengeschichte. Bei Bedarf Biopsie. Schweregrad via PASI-Score, BSA oder QoL-Fragebögen. Kinder: Kinderdermatologen empfohlen.
Behandlung von Psoriasis
1. Topische Therapie
Ideal für leicht/mittelschwere Fälle:
- Calcipotriol-Salben (2x täglich).
- Kortikosteroide (kurze Zyklen).

- Kombipräparate wie Betamethason + Calcipotriol.
- Dithranol, Kohlenteer (für Kopfhaut).
2. Phototherapie
Schmalband-UVB für Kinder >10 Jahre; 3x/Woche.
3. Methotrexat
Tabletten wöchentlich; Blutkontrollen notwendig.
4. Biologika
Infliximab, Etanercept als Letztes Mittel.
Hausmittel zur Linderung
- Nahrungsergänzungen: Vitamin D, Aloe Vera etc. (nach Absprache).
- Feuchtigkeit: Luftbefeuchter, sanfte Cremes.
- Duftfrei: Parfümfreie Produkte.
- Ernährung: Omega-3-reich, weniger Fett/Rotes Fleisch.
- Bäder: Lauwarm mit Zusätzen.
- Lichttherapie: Ärztlich kontrolliert.
- Stressreduktion: Yoga, Meditation.
Frühe Therapie kann zu Remission führen; langfristig gesunden Lebensstil fördern. Auch lesen: Krätze bei Kindern – Ursachen, Symptome und Behandlung.