Kinder sind empfindlicher für Dehydrierung als Erwachsene, da ihr kleinerer Körper weniger Flüssigkeitsreserven hat. Sie sind oft aktiver, spielen viel in der Sonne und sind anfälliger für Erkrankungen wie Erbrechen oder Durchfall, die zu Flüssigkeitsverlust führen.
Was ist Dehydrierung?
Dehydrierung entsteht, wenn der Körper mehr Flüssigkeit verliert, als er aufnehmen kann. Dadurch fehlt es an ausreichend Flüssigkeit für den normalen Funktionieren. Die Ursachen sind vielfältig – Eltern sollten frühzeitig darauf achten.
Wichtige Fakten zur Dehydrierung bei Kindern
Bei Kindern verursachen vor allem Erbrechen, Durchfall und unzureichende Flüssigkeitsaufnahme Dehydrierung. Selten sind übermäßiges Schwitzen oder häufiges Wasserlassen die Ursache. Kleinere Kinder dehydrieren schneller als Ältere.
Ursachen der Dehydrierung
Hier die häufigsten Auslöser:
- Fieber
- Erbrechen
- Durchfall
- Virusinfektionen, die Essen und Trinken erschweren
- Mundgeschwüre, die Schlucken schmerzhaft machen
- Starkes Schwitzen in heißer Umgebung
- Übermäßiges Wasserlassen
- Diabetes
- Erkrankungen wie Mukoviszidose, bei denen Flüssigkeit nicht aufgenommen wird
Anzeichen und Symptome
Achten Sie auf diese Warnsignale:
- Kein Urinieren länger als sechs Stunden
- Dunkel gefärbter Urin
- Trockener Mund mit rissigen Lippen
- Lethargie oder Unruhe
- Keine Tränen beim Weinen
- Kalte oder trockene Haut
- Erhöhte Herzfrequenz oder Atmung
- Eingefallene Augen
Diagnose der Dehydrierung
Der Kinderarzt erhebt eine detaillierte Anamnese und führt eine körperliche Untersuchung durch. Mögliche Tests umfassen:
- Vollständiges Blutbild zur Infektionsabklärung und spezifische Kulturen
- Urinanalyse zur Erkennung von Blasenentzündungen oder Grunderkrankungen
Dehydrierung messen
Die klinische Dehydrationsskala hilft, den Schweregrad einzuschätzen – auch Eltern können sie nutzen. Wiegen Sie Ihr Kind regelmäßig, um Fortschritte zu überwachen. Dies unterstützt die ärztliche Behandlung.
Berechnung des Dehydrierungsstatus
Schritte:
- Notieren Sie die Symptome
- Vergleichen Sie mit der Skala und addieren Sie Punkte
- Ermitteln Sie die Gesamtpunktzahl
Klinische Dehydrationsskala
| 0 | 1 | 2 | |
| Allgemeines Erscheinungsbild | Normal | Durstig, unruhig oder lethargisch, reizbar bei Berührung | Schläfrig, schlapp, kalt, verschwitzt |
| Augen | Normal | Leicht eingesunken | Sehr eingesunken |
| Schleimhäute* | Feucht | Klebrig | Trocken |
| Tränen | Vorhanden | Vermindert | Abwesend |
*Schleimhäute: Feuchte Oberflächen im Mund und an den Augen.
Punktzahl 0: Keine Dehydrierung
Punktzahl 1–4: Leichte Dehydrierung
Punktzahl 5–8: Moderate bis schwere Dehydrierung
Behandlung der Dehydrierung
Die Therapie richtet sich nach der Skala:
- Moderate bis schwere Dehydrierung (5–8 Punkte): Sofort Arzt aufsuchen und alle Symptome mitteilen.
- Leichte Dehydrierung (1–4 Punkte): Orales Rehydratationsmittel (ORS) geben. Hausrezept: 6 TL Zucker + ½ TL Salz in 1 Liter frischem Wasser. Alle 5 Minuten 1–2 TL verabreichen. Alternativen: Fruchtsäfte oder Milch (bei keinem Durchfall).
- Keine Dehydrierung (0 Punkte): Nach Erbrechen/Durchfall Flüssigkeit und normale Nahrung fortsetzen.
- Leicht (3–5 % Gewichtsverlust): Orale Rehydrierung zu Hause.
- Moderat (5–10 %): IV-Flüssigkeiten in der Praxis, dann orale Fortsetzung.
- Schwer (10–15 %): Krankenhausaufenthalt mit IV-Therapie, Infektionsabklärung und ggf. Antibiotika.
- Frische ORS alle paar Minuten bei Bedarf.
- Bei Stillkindern: Kleinere, häufigere Mahlzeiten; bei anhaltendem Erbrechen zu ORS wechseln.
- Ältere Kinder: Soda, Gatorade, Suppen, Eis am Stiel, Wasser.
- 24 Stunden milde Kohlenhydrate: Brot, Salzstangen, Reis, Müsli.
- Kokoswasser, Joghurt, Bananen, Wassermelone, Buttermilch.
- Früh auf Symptome achten.
- An heißen Tagen viel trinken lassen.
- Keine zuckerreichen Limos.
- Säfte verdünnen.
- In feuchter Hitze Pausen einlegen.
- Helle, belüftete Kleidung.
- Nicht bessernden oder verschlechternden Symptomen.
- Blutiger Stuhl oder grünes Erbrechen.
- Unzureichender Flüssigkeitsersatz.
- Anhaltendem Erbrechen/Durchfall.
- Durchfall länger als 10 Tage.
- Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet.
- Früherkennung ist entscheidend.
- Leichte Fälle zu Hause behandeln.
- Schwere Fälle: Sofort medizinische Hilfe.
Medikamente bei Dehydrierung

Der Arzt entscheidet je nach Schweregrad:
Antiemetika bei Kindern vermeiden, da sie die Erkrankung verlängern können.
Nach der Rehydrierung
4–6 Stunden nach letztem Erbrechen/Durchfall normale Kost einführen. Vermeiden: Stark verarbeitete, zucker- oder salzreiche, fettreiche oder gewürzte Speisen. Bei anhaltenden Episoden ORS nachgeben.
Hausmittel
Wirksame natürliche Maßnahmen:
Prävention
Tipps für Eltern:
Wann zum Arzt?
Sofort handeln bei:
Zusammenfassung
Merken Sie sich:
Dehydrierung bei Kindern ist häufig, aber beherrschbar. Beobachten Sie genau und zögern Sie bei Unsicherheit nicht, einen Arzt zu konsultieren.