Leukämie ist eine Form des Blutkrebses, der im Knochenmark entsteht – dem Ort, an dem neue Blutzellen gebildet werden. Bei Kindern sind die Heilungschancen deutlich höher als bei Erwachsenen, wenngleich Behandlungsnebenwirkungen langfristig wirken können. In diesem Beitrag erklären wir als medizinische Experten detailliert Ursachen, Symptome und Auswirkungen auf Betroffene und Familien. Lesen Sie weiter für fundierte Infos.
Was ist Leukämie?
Leukämie ist ein Krebs des Knochenmarks, das rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen produziert. Besonders häufig bei Kindern ist die akute lymphoblastische Leukämie (ALL). Hier vermehren sich Lymphozyten – eine Art weißer Blutkörperchen – unkontrolliert, übernehmen das Knochenmark und stören die Blutbildung.
Ursachen von Leukämie bei Kindern
Die exakte Ursache ist unbekannt, doch Risikofaktoren umfassen:
- Prä- und postnatale Exposition gegenüber ionisierender Strahlung (z. B. Röntgen).
- Pestizidbelastung der Eltern.
- Elektromagnetische Felder (EMF).
- Immunsuppressive Medikamente nach Organtransplantationen.
- Familienbelastung: eineiiger Zwilling oder Geschwister mit Leukämie.
- Genetische Syndrome wie Li-Fraumeni-, Down-, Klinefelter-, Fanconi-Anämie, Bloom-, Kostmann-Syndrom, Neurofibromatose oder Ataxie-Telangiektasie.
Arten von Leukämie im Kindesalter
Akute Formen treten vor allem bei 2- bis 5-Jährigen auf, chronische sind selten. Häufige Typen:
- Akut lymphoblastische Leukämie (ALL): Schnelles Wachstum unreifer Lymphozyten.
- Akut myeloische Leukämie (AML): Überproduktion abnormaler Blutzellen.
- Juvenile Myelomonozytäre Leukämie (JMML): Störung der Reifung weißer Blutkörperchen.
- Chronisch myeloische Leukämie (CML): Vermehrung unreifer Granulozyten.
Symptome von Leukämie bei Kindern
Typische Anzeichen:
1. Anämie (niedrige rote Blutkörperchen)
Rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff. Mangel führt zu:
- Müdigkeit und Schwäche.
- Frostgefühl, Schwindel, Kopfschmerzen.
- Kurzatmigkeit, blasse Haut.
2. Niedrige weiße Blutkörperchen
- Häufige, anhaltende Infektionen.
- Rezidivierendes Fieber.
3. Thrombozytopenie (niedrige Blutplättchen)
- Leichte Blutergüsse, Nasenbluten, Zahnfleischbluten.
4. Weitere Symptome
- Knochen- oder Gelenkschmerzen: Durch Leukämiezellenansammlung.
- Bauchschwellung: Vergrößerte Leber oder Milz.
- Appetit- und Gewichtsverlust: Druck auf Magen.
- Geschwollene Lymphknoten: Sichtbar am Hals, Achseln etc.
- Husten oder Atemnot: Durch Thymus- oder Lymphknotendruck.
- Gesicht- und Armschwellung: Venendruckerhöhung.
- Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Erbrechen: Bei Ausbreitung ins Gehirn.
- Hautausschläge, Zahnfleischprobleme: Lokale Infiltration.
- Extreme Schwäche: Dickes Blut durch Leukämiezellen.

Diagnose von Leukämie
Ärzte analysieren Anamnese, Symptome und Familie, dann folgende Tests:
1. Bluttests
Aus Vene, bei Säuglingen ggf. Fingerstich.
2. Knochenmarkaspiration und -biopsie
Aus Beckenknochen; Aspirat plus Gewebeprobe.
3. Lumbalpunktion
Spinaltap zur CSF-Untersuchung.
Behandlungsmöglichkeiten
Angepasst an Typ und Stadium:
1. Chemotherapie
Einzel- oder Kombitherapie gegen Krebszellen.
2. Strahlentherapie
Zur Zerstörung wachsender Zellen.
3. Stammzelltransplantation
Ersetzung defekten Marks.
4. CAR-T-Zell-Therapie
Modifizierte T-Zellen bekämpfen Krebs gezielt.
5. Chirurgie
Selten, da diffus.
6. Immuntherapie
Aktiviert Immunsystem.
Nachsorge
1. Follow-up-Untersuchungen
Überwachen von Rezidiven und Langzeitfolgen.
2. Dokumentation
Medizinische Akten für zukünftige Betreuung.
Soziale und emotionale Herausforderungen
Überlebende brauchen Unterstützung von Familie, Ärzten und Gruppen, um Angst zu bewältigen und normal zu leben.
Überlebensraten
Hohe Remissionsraten bis 90 %, höher bei ALL als AML. Mit Empathie ein normales Leben möglich.
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