Jedes Kind entwickelt sich individuell und zeigt typische Verhaltensmerkmale – sei es aufgeschlossen, schüchtern oder freundlich. Bei Anzeichen des Asperger-Syndroms wirkt es oft nur wie eine besondere Persönlichkeit. Das erschwert die Diagnose und verzögert sie häufig. Als Eltern können Sie durch Kenntnis gängiger Symptome frühzeitig aufmerksam werden und bei Bedarf professionelle Hilfe suchen.
Das Asperger-Syndrom gehört zum Autismus-Spektrum-Störung (ASD) und ähnelt in vielerlei Hinsicht dem Autismus. Während Autismus meist zwischen 2 und 5 Jahren diagnostiziert wird, erfolgt die Erkennung von Asperger typischerweise erst mit 6 bis 12 Jahren. Viele Eltern halten die Symptome für vorübergehende Kindheitsmerkmale und erwarten, dass ihr Kind ihnen entwächst. Eine frühe Diagnose ist jedoch entscheidend für effektive Unterstützung. Deshalb lohnt es sich, die typischen Anzeichen zu kennen und einen Facharzt zu konsultieren.
Kinder mit Asperger sehnen sich nach Zugehörigkeit zu Gleichaltrigen, wissen aber oft nicht, wie sie soziale Regeln meistern. Im Gegensatz zu schüchternen Kindern wirken ihre Bemühungen unbeholfen. Hier die häufigsten Anzeichen:
Symptome bei sozialen Fähigkeiten
- Schwierigkeiten, Augenkontakt während Gesprächen zu halten.
- Unterhaltungen wirken wie Monologe, da das Wechselgespräch nicht intuitiv ist.
- Ältere Kinder nehmen Sprache wörtlich und verstehen Subtexte oder Anspielungen nicht.
- Emotionen werden selten gezeigt; der Gesichtsausdruck bleibt oft neutral.
- Eigene und fremde Körpersprache wird schwer erkannt, was adäquate Reaktionen erschwert.
- Humor, Sarkasmus oder Popkultur-Referenzen bleiben unverstanden.
- Sprache klingt monoton und robotermäßig, ohne passende Intonation.
Symptome bei Persönlichkeitsmerkmalen
- Starke Abneigung gegen Veränderungen, z. B. in Kleidung, Routen oder Ernährung.
- Exzellentes Funktionieren in starren Routinen; Störungen führen zu Aufregung.
- Wiederholende Bewegungen wie Daumen drehen oder Handklatschen, die als exzentrisch gelten.
- Außerordentliche Aufmerksamkeit für Details, die anderen entgehen.
- Überstimulation durch laute Orte wie Einkaufszentren stört das Gleichgewicht.
Lernsymptome
- Fotografisches Gedächtnis für spezifische Themen, z. B. Statistiken eines Cricketspielers.
- Wissen ist eng begrenzt, nicht breit gefächert.
- Starkes Auswendiglernen führt zu Exzellenz in betroffenen Fächern.
- Tests zeigen oft überdurchschnittlichen IQ, höher als bei klassischem Autismus.
- Intensive Konzentration ermöglicht Talente, besonders in Musik oder Mathematik.
- Frühes Lesen und reicher Wortschatz.
Symptome bei der körperlichen Entwicklung
- Weniger Entwicklungsverzögerungen als beim Autismus, aber reduzierte Umweltinteraktion schon im Säuglingsalter.
- Schlafstörungen wie Einschlafprobleme oder unruhiger Schlaf.
- Ungeschicklichkeit in Bewegungen und Umgang mit Objekten.
- Normale Meilensteine, aber Koordinationsschwächen erschweren Radfahren oder hand-augen-koordinierte Spiele.
Die Intensität der Symptome variiert von mild bis schwer. Milde Formen werden oft spät erkannt, schwere können das Selbstwertgefühl mindern und zu Isolation führen. Eltern sollten Verhaltensweisen beobachten, um frühzeitig Unterstützung zu ermöglichen – immer in Absprache mit Fachärzten.