Während der Coronavirus-Pandemie wurde das Ganesh-Fest dieses Jahres zurückhaltend begangen. Ohne die übliche Pracht und große Pandals feierten viele zu Hause mit Inbrunst. Ein Nachbar hatte Lord Ganesha in sein Haus geholt und uns zum Darshan eingeladen. Ich nutzte die Gelegenheit und besuchte den bekannten Süßwarenmarkt in der Nähe, um Bappas Lieblingsmodaks zu kaufen.
Zu meiner Freude begrüßte mich Bhola Chacha herzlich in seinem Laden.
Vor der Corona-Sperre hatte er vor diesem Geschäft einen beliebten Chaat-Stand betrieben. Am Wochenende standen die Leute Schlange, um seine köstlichen Chaats zu genießen.
Es war fast fünf Monate her, seit ich ihn gesehen hatte. Mit leuchtenden Augen präsentierte er mir sein neues Sortiment: verpackte Chaat-Mix-Boxen und vakuumversiegelte Beutel mit hausgemachten Chutneys – grünes Minz-Chutney, Knoblauch-Chutney und Tamarinden-Chutney, die Essenz seiner legendären Rezepte. Neugierig fragte ich nach seinem Neuanfang. Er schilderte die harten Monate: Die Übernacht-Schließung seines florierenden Stands, die Suche nach Alternativen. Eine Rikscha wollte er mieten, doch auch die standen still.
Seine Frau, eine Hausköchin, verlor ihren Job, da der Wohnverein Hilfskräfte nicht mehr zuließ. Sie standen stundenlang in der Sonne für subventionierte Rationen an. Milch nur noch für Tee, Gemüse und Obst fielen weg. Ersparnisse schmolzen dahin für Miete und Rechnungen. Hoffnung schwand bei steigenden Infektionszahlen; ein Umzug ins Dorf stand bevor.
Dann der Wendepunkt: Ein Anruf vom Süßwarenladenbesitzer. Er bot Chacha an, seine Chaat-Zutaten verpackt zu verkaufen. Restaurants durften bald öffnen, doch Straßenessen würde Kunden scheuen. Verpackte Hygienprodukte seien die Zukunft. Chacha zögerte zunächst, doch der Besitzer half bei Verpackung und Papierkram. Innerhalb von 60 Tagen startete das Geschäft am Ganesh-Chaturthi-Tag.
Chacha sieht im Besitzer einen Retter. Dieser sucht Jobs auch für Chachas Verwandte, viele Tagelöhner, die ins Dorf zurückgekehrt waren.
Der Besitzer bediente Kunden, als ich mich ihm näherte und seine Großzügigkeit lobte. Demütig erwiderte er: „Chacha ist wie ein Bruder. Das ist das Mindeste.“ Er bat uns, Chachas Produkte zu kaufen.
An jenem Abend fühlte ich mich in einem echten Community-Laden. Seither bedient Chacha strahlend Kunden; seine Cousins halfen mit, seine Schwester verkauft Kunsthandwerk nebenan.
Der Süßwarenhändler hat mit Altruismus ein Vorbild gesetzt und Einkommen für Bedürftige geschaffen.
– Von Kiran Vanvari