Als Elternteil kümmern Sie sich um Ernährung, Wachstum und Entwicklung Ihres Kindes. Doch Fußprobleme wie Plattfüße (Pes planus) werden oft übersehen. Dieser häufige Zustand kann die Belastung des Körpers beeinträchtigen und sollte ernst genommen werden. Als Experten für Kinderorthopädie erklären wir Ursachen, Symptome und Therapien fundiert und praxisnah.
Was sind Plattfüße?
Plattfüße, medizinisch Pes planus, zeichnen sich dadurch aus, dass das Fußgewölbe fehlt oder flach ist und der gesamte Fuß den Boden berührt. Das Problem beginnt oft an der Ferse: Das Fersenbein kippt nach innen, was zu einem Einknicken des Fußes führt. Dies stört die Gewichtsverteilung und kann zu einem Gang auf der Fußinnenseite führen.
Arten von Plattfüßen bei Kindern
Hier die gängigsten Formen:
1. Flexibler Plattfuß
Die häufigste Variante. Hypermobil und meist symptomfrei. Betroffen sind oft beide Füße, Behandlung selten nötig.
2. Flexibler Plattfuß mit kurzer Achillessehne
Treffen beide Füße, verursacht starke Schmerzen. Selten bei Kindern.
3. starrer Plattfuß
Ein- oder beidseitig. Etwa 1 von 4 betroffenen Kindern leidet unter Schmerzen. Häufiger bei begleitenden Knochen- oder Fußerkrankungen.
Ursachen von Plattfüßen bei Kindern
Mögliche Auslöser:
- Niedriger Muskeltonus: Muskeln werden überdehnbar, Fersen kippen ein, Gewölbe bricht ein.
- Hoher Muskeltonus: Verkürzt die Achillessehne, übt Druck auf die Füße aus und zieht sie nach innen.
Symptome von Plattfüßen
Auf diese Anzeichen achten:
- Probleme beim Schuheanziehen.
- Ferse kippt nach außen.
- Schwieriges Gehen.
- Vermeidung körperlicher Aktivitäten.
- Schmerzen, Krämpfe oder Druck in Füßen, Knien oder Beinen.
Mögliche Komplikationen
Plattfüße können zu:
- Anormalem Gangbild.
- Muskelsschwäche.
- Falscher Körperhaltung.
- Störungen der Fußentwicklung.
- Gelenkschmerzen.
Diagnose von Plattfüßen
Der Kinderorthopäde untersucht die Füße klinisch und bestimmt die Plattfußart. Familiäre Belastung, Muskel- oder neurologische Erkrankungen sowie Schuhe werden abgefragt. Bewegungs- und Sehnenprüfungen, ggf. Röntgen oder Bildgebung klären den Schweregrad.
Behandlung von Plattfüßen bei Kindern
Therapie richtet sich nach Schweregrad. Bei Symptomfreiheit: Beobachtung. Sonst:
1. Konservative Maßnahmen
Effektive Optionen:
- Medikamente: Entzündungshemmende Mittel gegen Schmerzen.
- Schuhanpassungen oder Einlagen: Spezielle Schuhe oder Orthesen lindern Beschwerden, oft monate- bis jahrelang.
- Physiotherapie: Dehnübungen stärken und entlasten.
- Orthesen: Stützen das Gewölbe und verbessern die Funktion.

2. Operative Behandlung
Bei Therapieversagen oder schweren Fällen. Verfahren abhängig von Defektart. Viele Fälle bessern sich bis zum 10. Lebensjahr – beobachten Sie engmaschig. Bei Verschlechterung: Fachärztliche Abklärung einholen.