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Epiglottitis bei Kindern: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Epiglottitis bei Kindern: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Epiglottitis ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Entzündung der Epiglottis – eines Knorpelklappens am Zungengrund, der die Luftröhre schützt und Speichel oder Nahrung fernhält. Bei Kindern führt die Schwellung oft zu einer Blockade des Luftstroms. Sofortige ärztliche Hilfe ist essenziell. Häufigste Ursache: Bakterielle Infektionen wie Haemophilus influenzae Typ B (Hib), seltener Verletzungen, Verbrennungen oder Rauch.

Was ist Epiglottitis?

Die Epiglottis verhindert beim Schlucken, dass Nahrung in die Atemwege gelangt. Bei Infektion – meist bakteriell durch Hib – entzündet sie sich und schwillt an, was die Atmung behindert. Dies betrifft vor allem Strukturen oberhalb der Glottis, einschließlich Aryknorpel oder Gaumen. Nicht verwechseln mit der harmlosen sichtbaren Epiglottis, einer anatomischen Variante.

Ursachen der Epiglottitis

  • Häufigste Ursache: Bakterien wie Haemophilus influenzae Typ B (Hib).
  • Weitere Bakterien: Streptococcus A, B, C oder pneumoniae.
  • Seltener Viren (z. B. Varizellen), Pilze oder Hefen.

Weitere Auslöser:

  • Fremdkörperaspiration
  • Hals-Traumen
  • Verbrennungen durch Hitze oder Dampf
  • Einatmen ätzender Stoffe

Risikofaktoren bei Kindern

Epiglottitis kann jeden treffen, doch folgende Faktoren erhöhen das Risiko:

  • Alter: Säuglinge unter 12 Monaten (vor Impfvollendung).
  • Geschlecht: Jungen häufiger betroffen.
  • Umgebung: Enge Räume wie Kitas fördern Infektionen.
  • Immunsystem: Geschwächt durch Vorerkrankungen.

Symptome der Epiglottitis

Symptome treten bei Kindern stundenlang explosionsartig auf, bei Erwachsenen langsamer:

  • Hohes Fieber
  • Starke Halsschmerzen
  • Schluckstörungen
  • Stridor (pfeifendes Atmen)
  • Unruhe, Angst
  • Sabbern, Vermeidung der Liegeposition
  • Im Notfall: Vollblockade mit Zyanose

Diagnose

Bei Verdacht: Keine Heimuntersuchung! Notaufnahme. Mögliche Untersuchungen:

  • Röntgen/CT des Halses (Daumenzeichen).
  • Pharyngoskopie: Rote, geschwollene Epiglottis.
  • Blutkulturen, Blutbild (Leukozytose).
  • Laryngoskopie.

Komplikationen

Ohne Behandlung drohen:

  • Atemwegsobstruktion bis Atemstillstand.
  • Herzstillstand durch Hypoxie.
  • Ausbreitung: Pneumonie, Meningitis.
  • Schwere Fälle: Septischer Schock, Tod.

Behandlung

  • Überwachung der Atemwege in Intensivstation.
  • IV-Antibiotika gegen Bakterien.
  • Steroids zur Schwellungsreduktion.
  • Sauerstoff, IV-Flüssigkeiten.
  • Bei Bedarf: Intubation.
  • Nachsorge mit Medikamenten.

Prävention

  • Hib-Impfung ab 2 Monaten.
  • Händewaschen, keine Gegenstände teilen.
  • Handdesinfektion.
  • Vermeidung von Infektionsquellen.
  • Schutz vor Verletzungen.

Wann zum Arzt?

Medizinischer Notfall! Rufen Sie den Notarzt bei:

  • Starken Halsschmerzen, Heiserkeit, Fieber
  • Schluckstörungen, Sabbern
  • Atemnot, Unruhe

Frühe Intervention rettet Leben. Hib-Impfung schützt zuverlässig.
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