Es war ein Wasserhahn aus goldenem Messing, verziert mit feinen Schnitzereien und gekrönt von einem großen runden weißen Stein. „Ein perfektes Stück aus der viktorianischen Ära“, sagte mein Vater, als die Kiste mit Badarmaturen aus Kalkutta nach Hause kam. Als Kind liebte ich ihn über alles, strich mit den Fingern über seine welligen Details und präsentierte ihn stolz meinen Freunden. Einmal goss ich sogar absichtlich Saft auf mein Geburtstagskleid, nur um meinen Klassenkameraden ins Badezimmer zu lotsen. In unserer malerischen Kleinstadt besaß niemand etwas Vergleichbares. Dieser Hahn hatte etwas Magisches. Ich glaubte, er leuchtete im Dunkeln – selbst nachts fand ich ihn mühelos. Unser Badezimmer quoll über vor einzigartigen Armaturen, doch er war mein Favorit. Das Wasser sprudelte in einem rhythmischen Bogen heraus. Das prächtige Haus überwältigte meine junge Seele; ich nahm den Luxus als selbstverständlich hin.
Dann kam die Nacht, in der mein Vater mit Fieber ins Krankenhaus musste. Es verschlimmerte sich rapide: Delirium, Bewusstlosigkeit, Intensivstation. Am Morgen wusch ich mir das müde Gesicht. Die Ärzte überwiesen ihn in die Hauptstadt, und wir packten in einer Stunde. Ich wusste, es war das letzte Mal vor diesem Waschbecken, mit Wasser aus dem ulmenartigen Hahn.
Nach dem Verlust meines einzigen Elternteils kehrte ich nie zu diesem Komfort zurück. Das Leben riss mich aus Heimstatt, Freunden und Geborgenheit in eine harte Welt. Doch der goldene Wasserhahn begleitet mich in Träumen: Er spritzt perlmuttfarbenes Wasser mit solcher Wucht, dass ich aufwache. Ich klammere mich an diese Erinnerungen, halluziniert von der Lektion: Pitter... patter... platsch... nichts dauert ewig.
- (Von Smita Mishra)