Frage: Hallo, ich bin ein 32-jähriger Mann in einer renommierten Organisation tätig und seit zwei Jahren verheiratet. Kürzlich ereignete sich eine beunruhigende Situation: Ein 22-jähriger Praktikant gesellte sich zu unserem Team. Seit ich ihn sah, überkommt mich ein intensives, unangenehmes Gefühl. Es ist schwer zu beschreiben, doch seine Kleidung, sein Parfum und seine Art zu sprechen wirken auf mich berauschend. Vor lauter Unruhe mied ich ihn und war teilweise unhöflich. Eines Tages konfrontierte er mich mit meinem Verhalten und bat um ein klärendes Gespräch. Als wir uns nur zwei Fuß entfernt gegenübersaßen, spürte ich eine Erektion. Ich glaube, er bemerkte meine Verlegenheit. Ich entschuldigte mich hastig und floh ins Badezimmer. Seitdem ist er besonders herzlich und sucht den Körperkontakt, etwa durch Händeschütteln. Ich bin ratlos: Was stimmt nicht mit mir? Bin ich schwul? Schickt er mir Signale? Bitte helfen Sie mir. – AnonymAntwort von Dr. Kedar Tilwe: In verschiedenen Lebensphasen können wir uns zu unterschiedlichen Menschen hingezogen fühlen – oft mit Gefühlen von Unwohlsein, Berauschung und innerer Unruhe, wie Sie es beschreiben. Die Nähe zu dieser Person löst Hilflosigkeit aus, die zu abweisendem Verhalten führen kann.
Manche Menschen mit bisexueller Orientierung entwickeln Gefühle für Männer und Frauen gleichermaßen. Das wäre bei Ihnen eine natürliche Reaktion. Da Sie seit zwei Jahren glücklich verheiratet sind (wie ich annehme), rate ich dringend, den Fokus auf Ihre Ehe zu legen: Pflegen Sie die Romantik mit Ihrer Frau neu. Jede außereheliche Verbindung, selbst platonisch, würde Ihre Beziehung gefährden.
Falls die Gedanken Sie weiter belasten, suchen Sie einen Psychologen vor Ort auf. Er kann Ihre Situation detailliert besprechen und Sie optimal beraten.
Dr. Kedar Tilwe, Facharzt für Psychiatrie und Sexualmedizin, Fortis Hospital, Mulund
Sie wünschen professionelle Beziehungsberatung? Schreiben Sie an: expertadvice.toi@gmail.com