Als jüngere Tochter der Familie Shrivastava erhielt ich nach ausgiebigem Brainstorming aller Familienintellektuellen den Namen Shringi Shrivastava. 'Shring' bedeutet 'Gipfel des Himalaya' – meine Eltern hofften, ich würde stets an der Spitze stehen, und der Name sei so einzigartig, dass ich die einzige Shringi Shrivastava auf der Welt wäre. Sie erwarteten auch, ich würde eine leidenschaftliche Bergliebhaberin, doch stattdessen quäle ich mich mit Höhenangst und ertrage Kälte kaum. Die einzige Prophezeiung, die eintraf: Ich bin tatsächlich einzigartig mit diesem Namen.
In der Schule wurde mir zum ersten Mal bewusst, wie besonders er ist. Bei jeder Vorstellung hagelte es Fragen: "Wie heißt du nochmal? Kannst du das wiederholen? Was bedeutet das? Wie buchstabiert man das?" Meine Klassenkameraden stolperten über die Silben – selbst ich hatte Mühe, ihn richtig auszusprechen.
Auf Englisch war das Schreiben noch machbar, doch auf Hindi wurde es zum Albtraum. In einem Hindi-Test schrieb ich versehentlich 'Deine Jhingi' statt 'Deine Shringi'. Als Strafe musste ich meinen Namen zehnmal schreiben. Mein Mathelehrer recherchierte sogar: Er meinte, der Name stamme aus dem Ramayana-Yuga, gehöre einem Heiligen und sei für Jungen gedacht – nicht für Mädchen.
Zu Hause heulte ich meiner Mutter die Augen aus: "Warum nicht Sita oder Gita? Warum so einen Namen?" Sie tröstete mich: "Er macht dich einzigartig. Es gibt unzählige Sitas und Gitas, aber nur eine Shringi."
Der Kampf dauerte Jahre. Bei der 10. Klassenprüfung konnte ich endlich den Namen ändern – ein Traumtag! Meine Eltern stimmten widerstrebend zu. Ich grübelte tagelang nach Alternativen.
An dem Tag fragte meine Mutter: "Shringi, das war das letzte Mal. Wie heißt du jetzt?" Ich versprach eine Überraschung. In der Schule füllte ich das Formular aus und kehrte heim.
Die Familie wartete gespannt. Ich verkündete: "Ich, Shringi Shrivastava, Tochter von Pradeep und Bina Shrivastava, bleibe für immer Shringi." Meine Eltern waren baff, doch sie lächelten.
Sicher, ich hätte ändern können. Ich probierte andere Namen aus, doch sie fühlten sich fremd an – wie geliehene Identitäten. 'Shringi' ist mein Eigenes, das Geschenk meiner Eltern, voller Wärme, Liebe und Zugehörigkeit. Was sie mir gaben, vergeht, doch dieser Name begleitet mich ewig – sogar darüber hinaus. Er ist mein unsterbliches Erbe.
– Von Shringi Shrivastava