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Während ich beschäftigt war, kämpfte meine Kindheitsfreundin allein gegen Krebs

Während ich beschäftigt war, kämpfte meine Kindheitsfreundin allein gegen KrebsDie besten Tage unseres Lebens sind oft die Kindertage, und die besten Freunde jene, die immer an unserer Seite sind.
Shalaka und ich sind zusammen aufgewachsen. Als Nachbarn wohnten wir direkt gegenüber. Sie kam aus einer gebildeten, wohlhabenden Familie. Ich sah sie immer als das glückliche Mädchen, das alles im Leben zur rechten Zeit erhielt. Wie bei allen Kindern gab es bei uns Freude, Eifersucht und kleinen Wettbewerb. Doch ich erinnere mich an sie als starke Persönlichkeit – reif und gleichzeitig frech. Mit der Zeit wurde sie zu einer zufriedenen Frau, die genau wusste, was sie wollte, und sich nicht in unnötigen Konkurrenzen verstrickte.

Sie heiratete mit 23 und zog in die USA. Ich vermisste sie sehr in diesen Jahren. Die Distanz wurde zur Normalität, ebenso wie unser beider hektischer Alltag. Lange Telefonate gab es selten. Bei ihren kurzen Indien-Besuchen sahen wir uns flüchtig. In den sozialen Medien folgte ich ihrem vollen Leben. Ich bewunderte ihre Disziplin, als sie die CPA-Prüfung bestand und für eine Top-Regierungsbehörde in den USA arbeitete. Sie war eine hervorragende Köchin, Ehefrau, Tochter und Freundin. Ihre Abwesenheit bei Treffen fiel jedem auf. Nach dem Verlust ihres Vaters begrüßte sie mich mit einem Lächeln – ein Zeichen ihres starken Herzens und ihrer Lebenseinstellung im Hier und Jetzt.

Nach zehn Jahren kehrte sie nach Indien zurück, ohne Bitterkeit über den Verzicht auf Job und Luxus. Zufrieden plante sie, für eine NGO zu arbeiten.

Ich freute mich über ihre Rückkehr und sie kam sogar zu meiner Hochzeit. Danach war ich jedoch so eingespannt, dass ich sie nicht mehr traf – bis sie im Krankenhaus lag, im Endstadium des Krebses. Sie hatte mich mehrmals gebeten, vorbeizukommen, doch ich wusste nichts von ihrer Brustkrebsdiagnose und der harten Therapie. Ich sah sie erst, als sie bereits bewusstlos war und ihre letzten Atemzüge tat. Die Realität traf mich wie ein Schlag. Schockiert und verzweifelt stellte ich Gott tausendfach zur Rede.

Nur 15 Tage vor ihrem Tod schrieb sie mir: „Es ist höchste Zeit; du hast mich seit deiner Hochzeit kein einziges Mal getroffen.“

Noch heute lebe ich mit der Schuld, nicht für meine Freundin da gewesen zu sein. Ich verstehe, warum sie ihre Krankheit verschwieg, doch ein Treffen in den letzten sechs Monaten hätte ihr emotional helfen können. Technologie täuscht Nähe vor – Likes und Posts ersetzen keine Anrufe. Wie oft rufe ich Freunde zu ihrem Geburtstag an, statt nur zu texten?

Diese Erfahrung lehrte mich: Zeit mit Liebsten ist das Wertvollste. Das Leben ist schön mit Familie und Freunden – leider merken es viele erst, wenn es zu spät ist.

(Von Anjali Thorat)
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